TIER JUBILÄUMSMAGAZIN 2024 IM ZOO ROSTOCK ZOO ROS TO CK 125 JAHRE 125 JAHRE TIERE   .  P ARK   .  K UNS T  .  ERLEBNIS SE


für unseren Zoo – machen Sie mit! www.rostocker-zooverein.de ENGAGEMENT  


Liebe Zoofreundinnen, liebe Zoofreunde, als Unterstützer des Zoos sind wir bereits seit über 60 Jahren treue Wegbegleiter – zunächst als „Inte-ressengemeinschaft des Rostocker Zoos“ und seit 1990 als „Gesell-schaft der Freunde und Förderer des Zoologischen Gartens Rostock“. Viele gemeinsame Zoo- und Arten-schutzprojekte, wie z.B. die Wapiti- anlage und die Sichlervoliere konnten  wir seitdem gemeinsam mit dem Zoo umsetzen. Mit seinen über 350 Mitgliedern engagieren sich die Zoo- freunde auch seit über zehn Jahren ehrenamtlich in der Besucherbe-treuung des Zoos. Das 125-jährige Zoobestehen ist aber  nicht nur Anlass, in die Geschichte, sondern auch in die Zukunft des Rostocker Zoos zu schauen. Wir als Zoofreunde freuen uns, gemeinsam  mit unserem Zoo neue Projekte zu entwickeln, zu fördern und zu be-gleiten. In diesem Sinne freuen wir uns auf viele weitere gemeinsame Zoojahre.   Ihr Mirko Strätz Liebe Leserinnen und Leser, liebe Zoofreundinnen und Zoofreunde, der Zoo Rostock wird in diesem Jahr 125 Jahre alt. Den ältesten Zoobe-wohner gab es im Barnstorfer Wald sogar schon vor der Gründung des damaligen Hirschgartens an der Trotzenburg im Jahr 1899. Im Jahr 1883 gepflanzt, ist der Mammut-baum am Pelikanteich sinnbildlich Zeitzeuge der Entstehung des Zoos und seiner Entwicklung. Wie einst der Mammutbaum hat der Zoo in der Hansestadt Rostock Wurzeln geschlagen und ist in den vergan-genen 125 Jahren gewachsen – zum größten Zoo an der deutschen Ost-seeküste, zu einem Zuhause für    6.500 Tiere, zu einem Ort des Lernens und des Erlebens. Gewachsen ist der Zoo auch an seinen Aufgaben, denn vieles hat sich in der langen  Geschichte des Zoos getan. Zwischen Tradition und Innovation möchten wir an Bewährtem festhalten und  uns gleichermaßen weiterentwickeln – zum Wohl unserer Tiere und für  unsere Besucherinnen und Besucher. Wir möchten unsere Bemühungen für den Natur- und Artenschutz weiter ausbauen und uns auch künftig im Zoo, vor unserer „Haus-tür“ und in der Heimat der uns anvertrauten Tiere für den Erhalt   verschiedenster Tierarten und ihrer  Lebensräume einsetzen und für    ihren Schutz werben. Im Bereich  der Bildung möchten wir unseren  Gästen die Welt der Tiere auch    künftig näherbringen – sei es über die Zooschule, die schon seit über 50 Jahren fester Bestandteil des Zoos ist und Jahr für Jahr über 10.000 Schülerinnen und Schüler ins „grüne Klassenzimmer“ holt, oder über neue Konzepte des spie-lerischen Lernens. Darüber hinaus möchten wir ein Ort der Erholung und der beson-deren Erlebnisse bleiben. Ein Ort, an dem sich unsere Besucherinnen und Besucher bei einem Spazier-gang durch den Park und bei der Beobachtung der Tiere entspannen und bei den Begegnungen mit den  Zoobewohnern besondere Eindrücke sammeln können. Das 125-jährige Bestehen des Zoos möchten wir in diesem Jahr ge-meinsam mit Ihnen feiern – mit besonderen Veranstaltungen und Aktionen und mit diesem Magazin.  Auf den nächsten Seiten blicken wir zurück auf die Geschichte und die Entwicklung des Zoos und zeigen Ihnen auf unserem Zeitstrahl die wichtigsten Meilensteine der Zoo-geschichte. Außerdem zeigen wir Ihnen, was das Jubiläumsjahr für unsere Gäste bereithält und mit welchen spannenden Neuerungen und Projekten wir uns auch künf-tig weiterentwickeln möchten. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim  Lesen und ebenso viel Spaß bei    Ihrem nächsten Zoobesuch! Ihre Antje Angeli GRUSSWORTE MIRKO STRÄTZ Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Zoologischen Gartens Rostock e.V.  ANTJE ANGELI Zoodirektorin


05   TIERHALTUNG IM WANDEL  DER ZEIT Die Entwicklung ausgewählter Tieranlagen in der 125-jährigen Zoogeschichte. 08  ARTENSCHUTZ  Das „Zootier des Jahres 2024“ ist im Zoo Rostock zu sehen. 09  TIERGESCHEHEN Wer ist neu in der Zoofamilie? Über neue Arten und Tierpersön-lichkeiten. 12  BAUMASSNAHMEN Ausgewählte Bauprojekte und ihr Planungsstand werden vorgestellt. 14  SPIELEN Mit einem kleinen Rätsel wird spielerisch vermittelt, dass nicht nur Vögel Eier legen. 15   WAS, WANN, WO IM ZOO Unsere Veranstaltungen 2024 im Überblick. 16  ARTENSCHUTZ Eisbären im Fokus – ein Rückblick auf den Eisbärenkongress, ein Resumée zu PBI. 18  VERANSTALTUNGEN Was gibt es im Jubiläumsjahr für besondere Events und Highlights? 19  WALDSCHUTZ Wie der Zoo Rostock dem Barns- torfer Wald beim Genesen hilft. 20  VOGELZUCHT Über die seltsame Nistweise der Hornvögel. 21  JUNGTIERE Diese Tierkinder erblickten 2023 das Licht der Welt.  22  QUALLENZUCHT Zuchterfolge, die im Verborgenen passieren, werden ins Rampen-licht geholt. 23  ARTENSCHUTZ Über den Fantastischen Baum-steiger und die einzigartige Tier-welt Vietnams. 25  SERVICE Der Zoo Rostock wird digitaler und nachhaltiger: Patenschaften und Tickets soll es online geben. 26  BILDUNG Die Bildung für nachhaltige Entwicklung hält Einzug in die Besucherprogramme. + Neu:  Haustier-Führerschein 27  ARTENSCHUTZ ... vor der Haustür mit Schutz-zonen für Sandregenpfeifer.... zum Mitmachen für Gorillas. 29  ZOOVEREIN Die Zooentdecker „zerlegen“ Smartphones und der Zooverein unterstützt den „Plumploris e.V.“. 30  PREMIUMPARTNER Unsere Partner gratulieren zum 125. Geburtstag. 31  IMPRESSUM INHALT 05  |  Seit 125 Jahren werden Tiere im Zoo Rostock gehalten. 24  |  „Vietnamazing“-Kampagne 21  |  Tierkinder im Zoo


05 In einem Zoo ist immer etwas los – Tiere verlassen den Zoo, neue Arten kommen hinzu oder es gibt  Nachwuchs. Die Haltung der Tiere bedingt einen stetigen Wandel und den Anspruch der Zoologischen Gärten, sich zum Wohl der Tiere und auch für die Besucherinnen und Besucher immer weiterzuent-wickeln. Die Möglichkeiten zur Schaffung neuer Anlagen sind dabei so viel-fältig und wandelbar wie der Zoo selbst und reichen vom Neubau über die Neugestaltung hin zur    Neubesetzung vorhandener An- lagen. Grundlage einer jeden (Neu-)Ge-staltung sind zunächst immer die Mindestanforderungen an die  Haltungsbedingungen der Tiere. Diese Anforderungen sind dabei nicht starr und werden in unregel- mäßigen Abständen angepasst.    Neben Angaben zu den Gehege- größen umfassen sie auch Hinweise  auf die Begrenzung und Gestaltung der Anlagen, an klimatische Anfor-derungen oder Informationen zur Sozialstruktur der Tiere.  Gutachten zu den Mindestanforde-rungen an die Haltung von Säuge-tieren, Best Practice Guidelines des  Europäischen und des Weltzoover-bandes, verschiedene Gutachten für die Haltung bestimmter Vogel-arten, Haltungsvorgaben für die Terraristik und Aquaristik und die Erfahrungen des Zooteams – bei der Gestaltung der Anlagen und der vorausgehenden Planung werden zahlreiche Faktoren berücksichtigt. In den 125 Jahren Zoogeschichte gab es viele Projekte und (Um-)Baumaßnahmen und einige feiern in diesem Jahr ebenfalls Jubiläum – wie wandelbar das Gesicht eines Zoos ist, zeigen sie allemal.                    »  125 JAHRE ZOO ROSTOCK – TIER-  HALTUNG IM WANDEL DER ZEIT 1899: Carl Lange wird erster Tierwärter im  „Hirschgarten“. 1907: Pflanzung der  Eichenallee und des  Rhododendronhains. 1904: Die elektrische  Straßenbahn ersetzt die  Pferdebahn.


06 Außen- und der Innenanlage für zwei Tiere vor. Nach 2014 wurde die Größe angepasst, auf jeweils 200 Quadratmeter für vier Tiere –  Mindestanforderungen, die beim Neubau des Darwineums sogar um  ein Vielfaches überschritten wurden. Die vier Innenanlagen für die Orang- Utans und Gorillas befinden sich in  der Tropenhallen und umfassen ins- gesamt 2.000 Quadratmeter. Auf den  Außenanlagen stehen den Menschen- affen insgesamt weitere 8.000 Qua- dratmeter zur Verfügung. Eine art- gerechte Gehegegestaltung mit viel- fältigen Kletterstrukturen, großzügige  Backstagebereiche usw. verbesserten die Haltungsbedingungen für die Tiere weiterhin. Aufgrund des Neu-baus an einem anderen Standort blieben die Tiere bis zu ihrem Um-zug in das Darwineum im Zoo.  Das alte Menschenaffenhaus steht noch heute im Zoo, denn was für eine Tierart nicht mehr passt, kann für andere Arten durchaus geeignet sein. So haben nach entsprechenden Anpassungen und Umbaumaßnah-men heute Binturongs und Baum-kängurus ihr Zuhause im alten Menschenaffenhaus.  Ähnlich war es mit der Umgestal-tung des ehemaligen Elefanten- hauses. Im Jahr 2013 verstarb mit „Sara“ der letzte Rostocker Elefant. Seit Fertigstellung des Elefantenhauses im Jahr 1959 lebten dort insgesamt 5 Afrikanische und 10 Asiatische Elefanten – zeitweise bis zu vier Tiere gleichzeitig. Bereits vor dem Ableben „Saras“ stand fest, dass    Seit nunmehr 60 Jahren gibt es Gorillas im Zoo Rostock – mit „Togo“  und „Sanga“ zogen im Jahr 1964  zwei Gorillakinder nach Rostock. Seit 25 Jahren lebt „Assumbo“ im Zoo Rostock. Vielen Rostockerinnen und Rostockern ist das alte Menschen-affenhaus sicher noch in Erinne-rung geblieben. In den 60er-Jahren fertiggestellt, war die Unterkunft zunächst als Provisorium gedacht. In drei kleinen Schaukäfigen und drei kleinen Außenanlagen lebten mit den Gorillas, Schimpansen und Orang-Utans dann aber noch bis zur Eröffnung des Darwineums im  Jahr 2012 drei Menschenaffenarten. Für die Haltung von Gorillas sahen  die Mindestanforderungen vor 2014 beispielsweise noch eine  Größe von  jeweils 25 Quadratmetern auf der   Oben: Der 1. Bauabschnitt des Menschenaffen- hauses für Schimpansen, 1962 fertiggestellt.Unten: Zwei Jahre später folgte der Anbau für Gorillas und Orang-Utans. Rechts oben: Die großzügen Außenanlagen für Gorillas im Darwineum.Mitte oben: Das Elefantenhaus kurz nach der Eröffnung.Mitte unten: Ausritte oder Arbeitseinsätze gehörten zum täglichen Training.Rechts unten: Die Elefantenfütterung mitten unter den Zoogästen war stets ein Highlight. 1912: Goldfischteich und  Wasserturm (heute Eis- bärenanlage) entstehen. 1931: Bei großer Dahlien- schau zeigen 36 Züchter  20.000 Pflanzen. 1922: Verkauf von Jung- bären bringt nach dem  1. Weltkrieg Geld ein. TIERHALTUNG –


07 die Haltung der Elefanten im Zoo Rostock mit ihr enden würde. Auf- grund der erfolgreichen Eisbären- zucht und der Führung des Interna- tionalen Zuchtbuchs im Zoo Rostock sollte der Fokus nach Eröffnung des Darwineums zunächst auf den Bau einer neuen Anlage für die Eisbären gelegt werden. Der Vorteil des beheizbaren Elefanten- hauses, das Platzangebot und die Möglichkeit, den vorhandenen Trockengraben mit relativ einfachen Mitteln in einen Wassergraben um-zubauen, bildeten die Grundvor-aussetzung für die Haltung zweier Zwergflusspferde. Nach den ent-sprechenden Umbaumaßnahmen und der artgerechten Gestaltung der Anlagen zogen 2015 „Onong“ und „Nimba“ in das neugestaltete Zwergflusspferdhaus. Im Jahr 2020 gab es erstmals Nach-wuchs bei den neuen Bewohnern. Seit mehr als 50 Jahren werden Humboldtpinguine im Zoo Rostock gehalten – mit einer kurzen Un-terbrechung während des Neubaus des Polariums. Die alte Pinguinanlage wurde am heutigen Standort im Jahr 1974 er-öffnet. Schon damals war mit gut 20 Tieren eine ähnlich große Gruppe wie heute auf der Anlage zu sehen. Bis 2006 lebten zudem weitere    Pinguinarten mit auf der Anlage, zuletzt Felsenpinguine. die Möglichkeit, die Tiere auch unter Wasser zu beobachten. Im Felsen- bereich im hinteren Teil der Anlage befinden sich die eigens für die Humboldtpinguine entwickelten Bruthöhlen, in denen gleich im Jahr 2019 der erste Nachwuchs im neu-gebauten Polarium schlüpfte. Bei Neubesatz, Neugestaltung und Neubau werden neben den verbes-serten Bedingungen für die Zoo-bewohner immer auch Aspekte der Umweltbildung und des Arten-schutzes beachtet und vermittelt – dazu zählen umfassende Infor- mationen zur Lebensweise und zum Lebensraum der Tiere, aber auch zu deren Gefährdung und Arten-  Auch wenn sich die neue Anlage am alten Standort befindet, wurde diese umfassend erweitert und um-gestaltet. Die neue Anlage ist dem Lebensraum der Vögel an der süd-amerikanischen Pazifikküste nach-empfunden und bietet auf insge-samt 850 Quadratmetern viel Platz.  Ausgiebig tauchen und schwimmen können die Humboldtpinguine in ihrem großzügigen Wasserbecken. Durch große Sichtscheiben haben die Besucherinnen und Besucher    schutzprojekten. Dies soll dazu bei-tragen, nicht nur die Haltungsbe-dingungen für die Tiere im Zoo zu verbessern, sondern auch für den  Schutz ihrer Artgenossen in der Wildbahn und den Erhalt ihrer Lebensräume zu sensibilisieren.      « Mitte oben: Die Einrichtung einer Pinguin-anlage im Jahre 1974.Mitte unten: Die Anlage beherbergte zwischen- zeitig Humboldt- und Felsenpinguine.Rechts: Die naturnahe Anlage als Teil des Polariums wurde 2018 eröffnet. 1945: Nach Kriegsende  ist der Park fast völlig  zerstört. 1952: Durch unzählige  Helfer kann der Tier- garten wieder eröffnen. 1950: Gartentechniker  Arno Lehmann leitet  den Wiederaufbau. Die Umgestaltung des Elefantenhauses für die Zwergflusspferde. „Taya“, das erste Jungtier von „Nimba“, wurde 2020 geboren und lebt mittlerweile im Zoo Krakau. – IM WANDEL DER ZEIT


08 Seit nunmehr acht Jahren gibt es die Artenschutzkampagne „Zootier des Jahres“, die Jahr für Jahr stark bedrohten, aber weniger bekannten Tierarten Aufmerksamkeit verschafft. In diesem Jahr stehen verschiedene Geckoarten im Fokus der Kampagne. Unter ihnen ist auch der Himmel- blaue Zwergtaggecko, der bei uns im Zoo Rostock im Aquarium zu finden ist.  Außer in der Antarktis kommen Geckos auf allen Kontinenten vor. Bevorzugt leben sie in warmen Klima- zonen, wobei ihr Artenreichtum in tropischen und subtropischen Wäl-dern am höchsten ist. Derzeit sind mehr als ein Fünftel aller gelisteten Geckos auf der Roten Liste der IUCN als bedroht aufgeführt. Für über  241 Geckoarten ist der Bedrohungs-status unbekannt. Viele Arten haben nur kleine Verbreitungsgebiete und sind auf bestimmte Faktoren in    ihrem Lebensraum angewiesen.  Aus diesem Grund sind ihre Popu-lationen durch Lebensraumverlust,  Umweltverschmutzung, invasive Arten und den Klimawandel besonders be- droht. Hinzu kommt die übermäßige Absammlung für den Heimtierhandel und die Tatsache, dass einigen    Geckoarten ohne wissenschaftlichen Hintergrund besondere Heilkräfte zugeschrieben werden und wieder andere als Delikatesse gelten. Aufgrund der drastisch sinkenden Bestände vieler Geckoarten stehen einige davon in diesem Jahr im    Fokus der Artenschutzkampagne „Zootier des Jahres“: der Reeves Tokeh, der Psychedelische Felsen-gecko, die Bogenfingergeckos, der  Vietnam-Goldgecko, die Tigergeckos und der Himmelblaue Zwergtag-gecko.  Himmelblaue Zwergtaggeckos wer-den nur rund 8 cm groß. Männchen und Weibchen lassen sich anhand der Färbung gut unterscheiden.  Während die Weibchen eher grünlich gefärbt sind, ist bei den Männchen die namensgebende, strahlend blaue Rückenfärbung zu erkennen. Das Verbreitungsgebiet der Himmelblauen Zwergtaggeckos umfasst ein nur 8 km² großes Ge-biet in Tansania. Dort bedrohen Waldbrände und invasive Pflanzen die Geckos. Denn Himmelblaue Zwergtaggeckos sind für ihr Über-leben auf Pandanuspalmen ange-wiesen, die durch invasive Pflanzen verdrängt und durch Feuer zerstört werden. Um den Geckos zu helfen, werden mit den Kampagnengeldern neue Schutz- gebiete aufgebaut, Erhaltungszucht- stationen etabliert, Waldbrandschnei- sen angelegt und Ausrüstungsgegen- stände sowie Transportmittel für die  Projektteams finanziert. Auch der Zoo Rostock unterstützt die Kampagne „Zootier des Jahres“.      « »    www.zootierdesjahres.de IN ROSTOCK ZU SEHEN ZOOTIER DES JAHRES 2024  08 1955: Siegfried Seifert  wird Tierparkdirektor,  Parkerweiterung auf 16 ha. 1960: Der Zoo Rostock  erhält seinen ersten  Elefanten „Hati“. 1958: Eröffnung der  Eisbärenanlage mit his- torischem Wasserturm.


09 TIERBESTANDSVERÄNDERUNGEN: WER IST NEU IN DER ZOOFAMILIE? Schon im Juni 2023 zog ein Pärchen  Baumwarane  ins Darwineum ein. Sie  sind in der ehemaligen Chamäleon-anlage in der Tropenhalle zu finden. Im Juli 2023 kam ein Pärchen  Rot- kardinäle  aus dem Zoo Arnhem/  Niederlande zu uns und bewohnt die  Außenvoliere am Vogel-Reptilien-Haus.  Im Juli 2023 besiedelten erstmals  Indische Riesengottesanbeterinnen   den Mantiden-Insekten-Felsen in der Tropenhalle des Darwineums. Im September 2023 zog ein Pärchen  Weißbrauenrötel  aus dem Zoo  Wuppertal in der Tropenhalle ein. Im August und Oktober kamen zwei  Afrikanische Strauße  aus dem    Serengeti-Park in Hodenhagen und dem Tierpark Kolmarden/Schweden. Sie bewohnen die ehemalige Anlage  der Dromedare auf der afrikani-schen Seite der Cameliden-Equiden- Anlage.  Die „Frischlinge“ im Zoo Rostock sind die quirligen  Pater-David-Felsen-  hörnchen . Vier Männchen kamen  im Februar 2024 aus dem Tierpark Cottbus zu uns in den Norden. Kurz darauf folgten auch noch vier Weibchen aus dem Neunkircher Zoo. Sie sind in der Eckvoliere am Vogelhaus zu sehen.                              » Im August 2023 erhielten wir drei   Himalaya-Tahre  – zwei Weibchen  kamen aus dem Tierpark Hagen-beck und ein Männchen folgte aus dem Wildpark Lüneburger Heide. So einige Neulinge gibt es auf der Stelzvogel-Wiese zu beobachten: Bis August 2023 zogen zwei  Höcker-  gänse  und eine Gruppe  Laufenten    aus dem Wildpark Schwarze Berge ein. Im September 2023 siedelten sechs  Kolbenenten  aus dem Vogelpark in  Alphen/Niederlande nach Rostock um sowie zwei  Chilepfeifenten  aus dem  Zoo Braunschweig. Im Oktober 2023  kamen vier  Laysanenten  aus dem  Zoo Ostrava/Tschechien zu uns.  1961: Beginn der Outdoor-  Kunstsammlung mit den  „Moschusochsen“. 1964:  Neuer Zoodirektor  Dr. Dieter Schwarz. 1963: Erstes Eisbärbaby,  „Katja“ ist Ur-Mutter der  Eisbärenzucht Rostock.


10 Zugwege kürzer werden und sich die Überwinterungsgebiete nach Norden verlagern, sodass man in-zwischen auch mitten im Winter Kraniche bei uns in M-V beobachten kann. Daraus ergibt sich für uns in Deutschland eine besondere, ganz-jährige Verantwortung für den Schutz der Kraniche. Neben dem Erhalt der Brutlebensräume ist es besonders wichtig, die Tiere bei der Rast nicht zu stören.Der Graukranich ist mit einer Flügel- spannweite von über zwei Metern einer der größten einheimischen Vögel und fällt durch trompeten-artige Rufe und spektakuläre „Balz-tänze“ auf. Hat sich ein Kranich-paar gefunden, bleibt es meist ein Leben lang zusammen.      « TIERE KOMMEN & GEHEN Die Kraniche im Zoo leben am Pelikanteich. Ebenso wie die Weißstörche oder Seeadler sind die Kraniche im Zoo Botschafter für den Schutz ihrer Art „vor der Haustür“. Der Langflossen-Wüstenkärpfling ist in der Natur vermutlich ausgestorben. Der  Langflossen-Wüstenkärpfling  (Cyprinodon longidorsalis) wurde erst im Jahr 1993 entdeckt und be-schrieben und nur ein Jahr später letztmalig gesichtet. Lebensraum des Fisches war der nur rund 10 Quadratmeter große und bis zu    1,4 Meter tiefe Quelltümpel Charco  La Palma in Mexiko. Mit dessen Aus-trocknung starb der Langflossen- Wüstenkärpfling zusammen mit einer bis dahin unbeschriebenen Garnelenart in der Natur aus. Die Art überlebte nur in menschlicher Obhut. Die Tiere bei uns im Zoo Rostock sind seit Februar 2023 im Aquarium zu sehen und stammen aus dem Tiergarten Schönbrunn in Wien. An der Zucht der Fische und der damit verbundenen Arterhaltung möchte sich der Zoo Rostock künf-tig beteiligen, auch wenn aufgrund des zerstörten Lebensraums der Art unklar ist, ob diese je wieder ausge-wildert werden kann. Im Februar 2024 erhielt der Zoo Rostock ein Pärchen  Graukraniche    aus Görlitz. Die beiden Tiere stammen aus einer Auffangstation. Sie können  aufgrund von Flügelverletzungen nicht mehr ausgewildert werden.Die meisten Brutpaare Deutsch-lands – mehr als 5.000 und damit knapp die Hälfte des Bestands – gibt es in Mecklenburg-Vorpommern. Außerdem ist M-V als Rastplatz während des Kranichzugs von inter- nationaler Bedeutung. In der Region des Nationalparks „Vorpommersche Boddenlandschaft“ kommen zum Herbstzug über 70.000 Kraniche zusammen. Das sind vor allem Kraniche aus Skandinavien. Sowohl diese Rast-vögel als auch unsere Brutvögel ziehen über Deutschland Richtung West- und Südwesteuropa, wo sie ihre Winterquartiere in Spanien und Frankreich haben. Es gibt aber eine zunehmende Tendenz, dass die  1965: Menschenaffenhaus  für Schimpanse, Gorilla  und Orang-Utan fertig. 1971: Weltrekord:  Bengaltiger bringt  Siebenlinge zur Welt. 1966: Eröffnung des  Papageienpavillons  (heute Regenwaldpavi.).


11 TIERE KOMMEN & GEHEN Seit Mai 2023 lebt auf der asiati-schen Seite der Cameliden-Equi-den-Anlage wieder ein Hengst bei den  Kulanen . Sein Name ist  Kastor ,  geboren wurde er am 09.09.2016 im Zoo Safari Borysew in Polen.Er wurde vom Europäischen Er-haltungszuchtprogramm (EEP) für unsere Rostocker Gruppe empfoh-len, die vor seiner Ankunft aus drei adulten Stuten bestand. Kastor ist sehr wertvoll für die Kulan-Zoopo-pulation und soll bei uns nun für Nachwuchs sorgen.Der Kulan ist ein asiatischer Wild- esel, der als Steppenbewohner in Turkmenistan und Kasachstan be- heimatet ist. Durch Wilderei bedroht, sind die Bestandszahlen stark ge- schrumpft: Die Populationsgröße hat zwischen 1992 und 2008 um  50 % abgenommen. Durch engagierte  Schutzmaßnahmen und Wiederan-siedlungsprojekte stabilisierte sich der Bestand. Auch die Zoopopula- tionen in 26 europäischen Zoos so-wie einem in Nordamerika und vier in Asien tragen zum Erhalt der Tier-art bei. Nach dem Umbau und Umzug eini-ger Bewohner im Darwineum sind die Wickelbären nun in der Tropen-halle des Darwineums zu finden, die vorher im Südamerika-Haus lebten. Im sogenannten Nachttier-bereich können sie ihren natür- lichen Gewohnheiten nachgehen – nämlich schlafen, wenn es hell ist, und wach sein, wenn es dunkel ist – und die Tierpflege und die Zoogäste können sie dennoch beobachten.Zu unserem Weibchen Ylvi gesellte sich im September 2023  Wickel- bär-Männchen Uwe . Er stammt  aus dem Zoo Berlin und kam dort am 30.11.2022 zur Welt. Uwe ist also noch ein Jungspund, werden männ-liche Wickelbären doch erst mit ca. anderthalb Jahren geschlechtsreif. Weibchen haben dann eine Trag- zeit von etwa drei bis vier Monaten – möglicherweise können wir uns also schon im nächsten Jahr über Jungtiere freuen.Die Nahrung des Wickelbären be-steht überwiegend aus Früchten, Blättern und Nektar, weshalb er um- gangssprachlich auch als Honigbär bezeichnet wird. Von allen anderen Kleinbären unterscheidet sich der Mittel- und Südamerikaner durch einen langen, greiffähigen Schwanz, der geschickt zum Klettern einge-setzt wird.      « CHARAKTERE TIERISCH NEUE Kastor gewöhnt sich in die neue Herde ein. Uwe lässt sich mit Rosinen aus seiner Höhle locken. 1980: Zoo Rostock führt  nun das Internationale  Eisbärenzuchtbuch. 1988: Historische  Rekonstruktion des  Dahlienquartiers. 1986: Ältester Zooteil  wird unter Denkmal- schutz gestellt.


12 August-Bebel-Str. 32e  18055 Rostock Architekturbüro André George André George August-Bebel-Str. 32e  18055 Rostock Dipl.-Ing. Architekt Bauherr: Bezeichnung: Bauvorhaben: Zoologischer Garten Rostock Sanierung historisches Eingangsgebäude Ansichten Plane Bauzaun Zoologischer Garten Rennbahnallee 21 18059 Rostock Maßstab: 1:100 Blatt-Nr.: E - 01 gez.: A.George Datum: 08.01.2024 0 m                                                1                                                             2                                                               3                                                               4                                                               5 SPIELPLATZTRADITION Der Spielplatz am Zwergflusspferd- Haus ist der älteste im Zoo Rostock. Kinder mehrerer Generationen hingen am drehenden Fliegenpilz  am ehemaligen Elefantenhaus. Jetzt wird der 1967 eröffnete Spielplatz nach und nach neugestaltet. Möglich macht das die großzügige Unter- stützung durch den Partner für den  Natur- und Artenschutz des Rostocker Zoos, die ScanHaus Marlow GmbH. Der traditionsreiche Spielplatz im Herzen des historischen Zooteils soll unter dem Thema „Insekten-spielplatz“ zu einer bunten Spiel-wiese umgestaltet werden, in der bewährte Spielgeräte mit neuen kombiniert werden und auch die Tierwelt eine größere Rolle spielt. Der stark frequentierte Treffpunkt, vor allem für Familien mit Kindern,  soll einerseits sein typisches Gesicht  behalten, andererseits noch attrak-tiver und zoospezifischer gestaltet  werden. Im Sinne der Nachhaltigkeit werden seit Jahrzehnten geschätzte Spielgeräte aufbereitet und gleich- zeitig verschönert. Zugleich werden neue Ideen aus umweltfreundlichen Materialien umgesetzt. Mit der Modernisierung des Spiel-platzes, die schrittweise vorgenom-men wird, wurde im Oktober 2023 begonnen. Nach der Aufbereitung des ersten Dreh-Fliegenpilzes, der Nestschaukel und des Gurtsteges wurden diese mit tierischen Holz-figuren versehen. So sind an den Spielgeräten Vögel, Frösche und Marienkäfer zu finden. Die drei Hüpfplatten haben jetzt die Form von großen Blüten.       « Mit dem neben dem Forsthaus Trotzenburg angelegten „Hirsch-garten“ nimmt die Geschichte des Rostocker Zoos im Jahr 1899 ihren Lauf. Im Jahr 1909 wurde hier das bis heute als Zookasse genutzte Gebäude am Zooeingang Trotzen-burg nach Entwürfen des Stadt-baumeisters Hermann Tessendorf errichtet und prägte seither die 125-jährige Geschichte des Zoo- logischen Gartens Rostock mit. Im Jahr 1960 erweitert und ge- stalterisch verändert, wurde das Gebäude 1984 als Denkmal einge- tragen. Seither ist hier nicht mehr viel passiert und der Eingang an der Trotzenburg weist inzwischen einen hohen Instandhaltungsbe- darf auf. Aus diesem Grund wurde vor einiger Zeit mit der Planung  zur restauratorischen Sanierung  AN DER TROTZEN- BURG WIRD  SANIERT EINGANG Hansjörg Kunze, Marketingleiter der ScanHaus Marlow GmbH, mit Zoodirektorin Antje Angeli. BAUMASSNAHMEN 1989: Eingang am Barns- torfer Ring und Seevogel- Voliere eröffnet. 1992: Neuer Direktor   Udo Nagel führt Zoo nun  als gemeinnützige GmbH. 1990:  Gründung des  Rostocker Zoovereins.


13 August-Bebel-Str. 32e  18055 Rostock Architekturbüro André George André George August-Bebel-Str. 32e  18055 Rostock Dipl.-Ing. Architekt Bauherr: Bezeichnung: Bauvorhaben: Zoologischer Garten Rostock Sanierung historisches Eingangsgebäude Ansichten Plane Bauzaun Zoologischer Garten Rennbahnallee 21 18059 Rostock Maßstab: 1:100 Blatt-Nr.: E - 01 gez.: A.George Datum: 08.01.2024 0 m                                                1                                                             2                                                               3                                                               4                                                               5 EINGANG Februar 2023Einrichtung der Baustelle und der umleitenden Wegeführung für die Besucher.  März 2023Die alte Robbenanlage wird abge-rissen. Juni 2023Wirtschaftssekretär, Oberbürger- meisterin, Bürgerschaftspräsidentin, Architekt und Zoodirektorin voll-ziehen den ersten Spatenstich. Juli 2023Verlegen der Versorgungsleitungen. Oktober 2023Beginn der Erdbauarbeiten mit Vor- bereitung des sog. Verbaus, der das bestehende Gelände vor dem Ab-rutschen schützt und die tiefliegen-den Erdarbeiten für die zukünftige  Anlage (Technikzentrale und Becken) ermöglicht. Januar 2024Die Erdbauarbeiten gehen weiter.  Bisher haben etwa 300 Sattelauflieger mit Erde den Zoo verlassen. Februar 2024Rohbauer beginnen mit dem Bau der künftigen Technikzentrale. Ein-richtung des Kranstellplatzes, der Teil des Beckenbodens des späteren Hauptbeckens der Robben ist. Fertig- stellung der Baustraße sowie weiter- hin Erdbauarbeiten.     « BAUTAGEBUCH ROBBENANLAGE des gesamten Eingangsbereichs be- gonnen. Die Sanierung beinhaltet  umfangreiche Maßnahmen zum Erhalt des Gebäudes, zur Aufwer-tung des Denkmals und zur Überar-beitung des barrierefreien Zugangs in den Zoo. Auch das Aufstellen weiterer Fahrradstellplätze ist ge-plant mit dem Ziel, Anreize für eine autofreie Anreise zu geben.Die Sanierungsarbeiten sollen zum Saisonstart 2025 abgeschlossen sein.  Bis zur Wiedereröffnung des Eingangs  ist die dort ansässige Zookasse ge-schlossen. Den Besucherinnen und  Besuchern des Zoos steht bis dahin der Haupteingang Barnstorfer Ring oberhalb des Zooparkplatzes zur    Verfügung. Die Möglichkeit, den Zoo über das Drehtor an der Trotzen-burg zu verlassen, soll so lange wie möglich bestehen bleiben.        « Die Planungsskizze des Architekturbüros André George zeigt das denkmalgerechte Sanierungsvorhaben mit der typischen Pergola, die in den Zoo hineinführt. BAUMASSNAHMEN 1992: Eröffnung See- bärenanlage und Haus- tierzoo Biestow. 1995: Ankunft zweier  Elefantenweibchen aus  Krüger Nationalpark. 1993:  Das Café „Käfer“  entsteht. »  www.zoo-rostock.de/bautagebuch


14 «   Das Hühnerei ist jedem bekannt.  Aber errätst du auch, zu welchen Tieren die anderen Eier gehören? Denn nicht nur Vögel legen Eier – auch Insekten, Schlangen, Echsen, Fische oder Frösche bringen so ihre Jungtiere zur Welt.Ordne das Ei dem passenden Tierfoto zu!  »  Auflösung auf Seite 31    Alle Eier-Abbildungen sind in Originalgröße dargestellt. SPIELEN EI, EI, EI, WAS SEH‘ ICH DA...? 1 2 3 a b c Falsches Chamäleon 1997: Husarenaffen-  und Wanderu-Anlage  eröffnet. 1998:  Eröffnung des Süd- amerika-Hauses. 1998: Eröffnung der  Stelzvogelwiese mit  Hängebrücke. Türkisblaue Riesenstabschrecke Emu


15 TERMINE WANN WAS WO IM ZOO JUNI 01.06. –  Kindertag07.06. –  25. Klassik-Nacht    „Wien, Wien, nur Du allein“ 08.06. –  1. Erdmännchenkonzert    „Peter und der Wolf“ 22.06. –  Festspiele MV:    Götz Alsmann...bei Nacht... JULI/AUGUST 20.07.-01.09. – Sommerferien im Zoo – es gibt verschiedenste Mikro-abenteuer zu erleben. AUGUST 16.+17.08. – Jazz-Nacht SEPTEMBER 08.09. –  Artenschutztag22.09. –  Zoofest OKTOBER 19.-27.10. – Herbstferien im Zoo –  mit einem bunten Programm geht es in die Welt der Tiere.30.10. – Gespensternacht DEZEMBER 01.-22.12. – Tierische Vorweihnachts- zeit im Zoo – auch zu dieser Jahres-zeit NATÜRLICH ein Riesenspaß. AUSSTELLUNGEN April bis August: Der Spagat zwischen Kunst und WissenschaftDiatomeen von Jan Rosenboom im Spiegelsaal im Darwineum. Juni bis August: 10 Jahre Zootografen... im Atelier Natur. Juli bis September:Tierisch Retro: Historische Zoo-plakate und Briefmarken... im Altweltaffen-Haus. Hier sind im Jahresverlauf auch wechselnde Ausstellungen des Rostocker Zoovereins zu sehen.  August bis November:25 Jahre Glanzlichter der Natur- fotografie... im Spiegelsaal im Darwineum. September bis Oktober:Waldpause: Bürger für Bäume & Plant for Future... im Atelier Natur. Im Laufe des Jahres sind drei Zoo-Ausstellungen im Rostocker Hof, Kröpeliner Straße 26-28 zu sehen. Auch am „Außenstandort“ Amt Warnow-West in Kritzmow werden wechselnde Fotoausstellungen ge-zeigt. SONNTAGSFÜHRUNGEN ... des Rostocker Zoovereins finden jeden dritten Sonntag im Monat bis einschließlich Oktober um 10 Uhr statt, Treffpunkt ist am Haupteingang Barnstorfer Ring. Die Sonntagsführungen sind kosten- los, benötigt wird lediglich eine gül-tige Tages- oder Jahreskarte für den Zooeintritt. Weitere spannende Veranstaltungen, Ausstellungen, Fütterungen und Tierpflegertreffs finden Sie auch online unter  www.zoo-rostock.de .  « Die Rostocker Zootografen feiern 10-Jähriges. Historisches Zooplakat 1999: 1. Klassik-Nacht;  Zoo wird Mitglied in  WAZA und EAZA. 2000: Die Großkatzen- Anlage wird fertigge- stellt. 2001: Wanderwagen für  Bienen zieht im Zoo ein; „Elefantenlodge“ öffnet.


16 Im Yorkshire Wildlife Park in England fand vom 9. bis 11. Januar 2024 der Internationale Eisbären-kongress statt. Rund 50 Delegierte aus aller Welt nahmen an dem Kon- gress teil – unter ihnen zahlreiche Zoo- mitarbeiterinnen und -mitarbeiter wie unsere Säugetier-Kuratorin Daniela Lahn, aber auch Mitarbei-tende der Artenschutzorganisation Polar Bears International (PBI).Im Yorkshire Wildlife Park ist nach  eigener Aussage das größte Eisbären- zentrum außerhalb Kanadas zu fin-den. Im sogenannten „Project Polar“, das in verschiedene Bereiche geteilt ist, leben acht Eisbären auf einer Fläche von insgesamt 12 Hektar. Die Gestaltung der Anlage ist einer arktischen Tundralandschaft in Nord- kanada im Sommer nachempfunden und entsprechend mit Grasebenen, schattigen Bereichen, Höhlen als Rückzugsmöglichkeiten, Strandbe- reichen und verschiedenen Wasser- becken ausgestattet – das größte um- fasst bei bis zu 8 Metern Tiefe eine Fläche von 6.500 Quadratmetern und etwa 116 Mio. Liter Wasser.Hier konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses die weitläufigen Anlagen der Eisbären erkunden, einen Blick hinter die Kulissen werfen und die Tierpflege beim medizinischen Training mit den Eisbären beobachten.  Das „Project Polar“ ist wie das Rostocker „Polarium“ ein Arctic Ambassador Center von PBI. Die Be-sucherinnen und Besucher sollen hier für den Schutz der Eisbären und ihres schwindenden Lebens-raums sensibilisiert werden. Die    Zusammenarbeit zwischen Zoos, die  Eisbären halten, und den Eisbären- forschenden ist von großer Bedeu-tung. Die Forschungsergebnisse zu den wilden Eisbären lassen Rück-schlüsse auf die Haltung der Tiere in Zoos zu – beispielsweise auf ihre Ernährung. Andererseits dienen Er-kenntnisse aus der Eisbärenhaltung in menschlicher Obhut auch den Wissenschaftlerinnen und Wissen-schaftlern in der Wildbahn – hier zum Beispiel bei der Erprobung der Nutzung von GPS-Halsbändern für Eisbären.Die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den zoologischen Einrich-tungen und der Forschung wurde im Rahmen des Kongresses noch einmal bekräftigt. Zusätzlich dazu wurden die neuesten Forschungs-ergebnisse zu den wilden Eisbären  vorgestellt. Haltungsbedingungen und  die tiermedizinische Versorgung für Eisbären in Zoos wurden ebenso be-sprochen wie Maßnahmen zum Er-halt und Wohlergehen der Tiere in  der Wildbahn und die Auswirkungen des Klimawandels. Auch für den Aus- tausch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, denen der Schutz der bedrohten Eisbären gleicher-maßen am Herzen liegt, war der Kongress ein voller Erfolg.                  « INTERNATIONALER  EISBÄRENKONGRESS  Das „Project Polar“ im Yorkshire Wildlife Park in England. Auf einer Fläche von 12 ha leben 8 Eisbären. ARTENSCHUTZ 2002: Eröffnung der  Darwin-Box als  Experimentarium. 2002:  Eröffnung der Fisch- otter-Anlage. 2002: Eröffnung der  modernen Futtermeisterei  mit Veterinärstation.


17 INTERNATIONALER  Der Eisbär ist das Wappentier des Rostocker Zoos. Die Haltung der Tiere ist eng mit der 125-jährigen Geschichte des Zoos verbunden. Mit den Eisbären als Botschafter und dem Polarium als Arctic Am-bassador Center sollen die Gäste des Zoos vor Ort für den Natur- und Artenschutz sensibilisiert werden. Denn Eisbären sind gefährdet – nur noch rund 26.000 Tiere leben laut der Weltnaturschutzunion IUCN in der Wildbahn, Tendenz weiter sin-kend. Auch der Internationale Eis-bärentag, der am 27. Februar statt-fand, dient dazu, gemeinsam mit der Artenschutzorganisation Polar Bears International (PBI) auf die Ge-fährdung der „Könige der Arktis“ hinzuweisen.  Bis sich die am 14. November 2021 geborenen Eisbärenzwillinge Kaja und Skadi vor zwei Jahren erstmals den Besucherinnen und Besuchern des Zoos zeigten, lebten Sizzel und ihre Jungtiere in völliger Abge-schiedenheit im Backstage-Bereich des Polariums. Die komplett unge-störte Aufzucht des Nachwuchses ist auch in der Natur wichtig. Im  Winter werden die winzigen, blinden und tauben Jungtiere geboren – im Schutz einer Schneehöhle, die die Mutter mit ihrem Nachwuchs erst  im Frühling wieder verlässt, wenn die Kleinen kräftig genug sind, ihr zu folgen. In dieser Zeit frisst und trinkt die Mutter über Monate nichts. Die ersten Jahre im Leben der jungen Eisbären und die Zeit in der Höhle sind für die Tiere beson-ders kritisch. Je nach den äußeren Bedingungen liegt die Überlebens-rate teilweise bei nur 50 Prozent. Dabei ist das Überleben der Jung-tiere im Hinblick auf die sinkenden Eisbärenbestände in der Natur be-sonders wichtig. Anlässlich des Internationalen Eis-bärentages, der in die Zeit fällt, in der Eisbärenmütter sich mit ihren  Jungtieren im Schutz der Wurf- höhlen befinden, wurde auf die Bedrohung der Eisbären im All- gemeinen und den Schutz der Eis-bärenmütter und ihren Jungtieren  im Speziellen aufmerksam gemacht. Dafür spüren Forscherinnen und Forscher von PBI Wurfhöhlen auf, um sie in Gebieten, in denen eine Störung durch den Menschen mög-lich ist, weitläufig abzusperren und so die notwendige Ruhe für die Jungtieraufzucht zu gewährleisten. Ein entsprechendes Projekt unter-stützte der Zoo Rostock in der Ver- gangenheit auch finanziell. Im Jahr 2023 gingen Spenden in Höhe von  20.000 € aus dem freiwilligen Arten- schutzbeitrag der Zoobesucherinnen und -besucher an PBI. Die Unter-stützung soll auch künftig fortge-setzt werden. Die fünf im Rostocker Polarium    lebenden Eisbären sind Botschafter für den Natur- und Artenschutz. Die Beobachtung der Eisbären schafft  eine emotionale Verbindung, die die Zoobesucherinnen und -besucher dazu animieren soll, sich aktiv für den Schutz der bedrohten Eisbären  und ihres Lebensraums einzusetzen. Die umfangreiche Ausstellung in den Eiswelten des Polariums ver- mittelt auf anschauliche Weise alles Wissenswerte über das größte Land- raubtier der Welt. Ergänzt wird die Ausstellung durch verschiedene me- diale Angebote, spezielle Führungen usw. Hier werden auch die Folgen des Klimawandels für die Eisbären und ihren Lebensraum verdeutlicht  und es wird für ein klimafreundliches Handeln geworben.          « INTERNA- BEARS POLAR TIONAL ARTENSCHUTZ Im Polarium ist man den Eisbären „hautnah“. Mehrere Monate werden Eisbärenjungtiere in einer Schneehöhle umsorgt, bis sie kräftig genug sind, um diese zu verlassen. 2004: Eröffnung der  Krokodilhalle und des Zoonariums. 2004: Erster Geparden- nachwuchs in einem  osteuropäischen Zoo. 2004: Einweihung des  Streichelgeheges für  Ziegen, Hühner & Co.


18 VERANSTALTUNGEN Zum 125-jährigen Jubiläum sollen einige besondere Ausstellungen im Zoo Rostock gezeigt werden. Eine  davon beschäftigt sich mit Diatomeen. In „Der Spagat zwischen Kunst und Wissenschaft“ soll es um die biolo-gische Bedeutung von Kieselalgen  gehen, vorrangig steht aber die bei- nahe als Kunstform zu bezeichnende Art der Abbildung solcher Diatomeen im Fokus. Die Bilder von Jan Rosen- boom sind aufwendig hergestellt: Jede Alge wurde mit einem einzelnen Haar für das Gesamtarrangement positioniert.„25 Jahre Glanzlichter der Natur- fotografie“ – seit 2009 zeigt der Zoo alljährlich die Gewinnerfotos der Wanderausstellung, die dieses Jahr  ebenfalls Jubiläum feiert. Das war Anlass, erstmals alle Gewinnerbilder im Zoo zu zeigen. In den Vorjahren waren Teile der Ausstellung auch  im Rostocker Finanzamt oder im Amt Warnow-West in Kritzmow zu sehen. Die Initiatorin des Natur-fotowettstreits, Mara Fuhrmann, wird die Jubiläumsausstellung per-sönlich eröffnen.    « 25. KLASSIK-NACHT & zertabend ein, der in die berühmte Walzermetropole führt.Zum allerersten Mal wird es am nächsten Vormittag um 11 Uhr das „Erdmännchenkonzert“ für Kinder geben. Gespielt wird „Peter und der  Wolf“ unter Leitung des Koordinier- ten 1. Kapellmeisters am Volkstheater Rostock, Eduardo Browne Salinas.   «  Anlässlich des Jubiläums findet am  7. Juni 2024 um 19:30 Uhr die 25. Klassik-Nacht im Zoo in Koproduk- tion mit dem Volkstheater Rostock  statt. Unter dem Motto „Wien, Wien,  nur Du allein!“ laden Zoo und Nord- deutsche Philharmonie Rostock unter  der Leitung des Dirigenten Marcus Bosch zu einem beschwingten Kon- ERDMÄNNCHENKONZERT NATUR- WUNDER Die Klassik-Nacht ist seit 1999 das alljährliche Konzerthighlight im Zoo. Ästhetische mikroskopische Präparate mit Diatomeen  werden seit dem 19. Jahrhundert angefertigt.    » ACTIONBOUND – ZOORALLYES MAL ANDERS! Actionbound-App in App Store oder Google Playkostenlos herunterladen QR-Code mit der Actionbound-App scannen Bound:  Eisbärengeburtstag Gehe mit deinem Computer auf  https ://actionbound.com  und erstelle ganz  easy eigene Bounds für Geburtstagsfeiern, Projekte, Stadtrallyes, Junggesellenabschiede oder was auch immer deiner kreativen Ader entspringen mag. Bound: Rund ums Polarium Actionbound-App in App Store oder Google Playkostenlos herunterladen QR-Code mit der Actionbound-App scannen Bound:  Quer durch Amerika � Bild von Gerd Altmann auf Pixabay Gehe mit deinem Computer auf  https ://actionbound.com  und erstelle ganz  easy eigene Bounds für Geburtstagsfeiern, Projekte, Stadtrallyes, Junggesellenabschiede oder was auch immer deiner kreativen Ader entspringen mag. Bound: Quer durch Amerika Du spielst noch gar nicht Actionbound?Dann lade dir schnell die Action- bound-App in deinem App-/Playstore herunter und scanne die QR-Codes. 2006: Erstmals nach  17 Jahren wieder Löwen- nachwuchs. 2006: Eröffnung der  Eulen-Scheune mit Eule,  Ratte & Auerhuhn. 2007:  Dreh der ZDF-Doku-Soap  „Ostsee-Schnauzen“.


19 Auf dem Zoogelände um die soge-nannten  Bergeräume, die außer-halb liegen und als Lagerfläche genutzt werden, waren auf einer Fläche von etwa einem Hektar rund 400 Gemeine Fichten von Borken-käfern befallen. Ein Großteil der Bäume war bereits abgestorben,    während einige augenscheinlich ge- sunde Fichten bereits Schadsymp- tome aufwiesen. Diese Fichten mussten gefällt werden. Zum einen,  um die Verkehrssicherheit zu ge- währleisten, zum anderen, um durch Wiederaufforstung einen gesunden  Wald zu erhalten.  Die Entscheidung über die notwendigen Arbeiten im  Barnstorfer Wald erfolgte in Ab-stimmung mit der Landesforst- anstalt Mecklenburg-Vorpommern sowie dem Stadtforstamt Rostock.  An die Fällung der Fichten schloss sich der Waldumbau an. Gepflanzt wurden etwa 1.700 Stieleichen, 175  Hainbuchen, 50 Europäische Lärchen und 60 Vogelkirschen. „Das Ziel des Waldumbaus mit der  Pflanzung diverser Laubgehölze war  es, einen gesunden und widerstands- fähigen Forst zu schaffen. Ein an Baumarten gemischter und somit stabiler Wald trägt auch maßgeb-lich dazu bei, die Biodiversität vor Ort zu erhalten und zu verbessern“  sagte Zoodirektorin Antje Angeli. Im Rahmen des Waldumbaus können gleichförmige Bestände mit zum Standort passenden Baumarten an- gereichert werden, um eine viel-fältige Struktur zu schaffen. Ein Mischwald verringert zudem das    Risiko des großflächigen Schädlings- befalls. Die Aufforstung erfolgte im Rahmen einer öffentlichen Baum- pflanzaktion am 23. März 2024, an  der sich ca. 100 freiwillige Rostocke- rinnen und Rostocker beteiligten. Die Aktion wurde mit Infoständen der Biodidaktik der Universität so-wie des Umweltbildungsteams des  Zoos ergänzt, die allen Interessierten waldpädagogische Themen wie Bäume, Holz und den Schadensver-ursacher Borkenkäfer näherbrachten.  Zukünftig möchte der Zoo Rostock seine eigenen Ressourcen besser nutzen. Geplant ist, im April eige-nes Rohholz zu sägen und zu Bau-holz wie beispielsweise Brettern oder Kanthölzern für diverse Bau-projekte zu verarbeiten.        « WALDSCHUTZ Oben: Im Januar wurde die Maßnahme zum Waldumbau rund um die Bergeräume vorgestellt.  Jens Rodenstein, der im Zoo u.a. für die Park- anlage zuständig ist, erläuterte mit Zoo- direktorin Antje Angeli das weitere Vorgehen. Unten: Betroffene Fichten.  WALDUMBAU  AM ZOO 2008: Eröffnung des  Souvenirladens  „Käfer-Shop“. 2007: Guinnesbuch- Rekord: 76.596 bunte  Eier am Ostereierbaum. 2008: Schneeleoparden-  Nachwuchs Emba wird  von Hand aufgezogen.


20 Im Jahr 2006 wurde die Anlage der Hornvögel im Regenwald-Pavillon neugestaltet und vergrößert, um    eine große Außenvoliere erweitert und von den beiden seit 1992 im Zoo Rostock lebenden Rhinozeros- hornvögeln Humphrey und Ingrid  bezogen. Nach dem Tod von Ingrid 2018 war es fraglich, ob für den heute 36-jährigen Humphrey und  damit für einen der ältesten Vögel seiner Art in menschlicher Obhut noch eine Partnerin gefunden werden konnte. Neben gewissen Alterser- scheinungen spielt hier die Tat-sache eine Rolle, dass Rhinozeros- hornvögel besonders enge, lebens-lange Paarbindungen eingehen und sich Zuchterfolge nur einstellen, wenn sich beide Vögel auch gut verstehen. Im Jahr 2020 bekam Humphrey Gesellschaft durch zwei junge Weibchen und zeigte deut- liches Interesse an einer der    Schwestern. Die Zusammenführung mit Liz erfolgte aufgrund der deut- lichen Sympathien auf beiden Seiten, dem hohen Altersunterschied von fast 30 Jahren zum Trotz, im ver-gangenen Jahr. Beim Öffnen des Schiebers begrüßte Humphrey seine Liz zunächst mit einer Grille als „Geschenk“. Auch wenn beide schon bei der Paarung beobachtet wurden und bereits deutliches Inte- resse an der Bruthöhle zeigten, war Liz bislang noch zu jung für ihre erste Brut. Mit fast sechs Jahren kommt sie nun aber in das lege- fähige Alter. Da die Art auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft ist, wäre eine Zucht auch zum Erhalt der Art ein großer Erfolg.         « NISTWEISE  DIE SELTSAME  DER HORNVÖGEL Rhinozeroshornvögel, die auch bei uns im Zoo Rostock leben, haben eine recht eigentümliche Niststra-tegie. Um ihre Eier und die Jung-tiere vor Fressfeinden zu schützen, mauert sich das Weibchen noch vor der Eiablage ein, während das  Männchen die Versorgung von außen übernimmt. Aus dem Inneren der Höhle heraus verschließt das Weib- chen den Eingang mit einer Mischung aus Nahrungsresten, Holzmulm und  Kot. Lediglich ein schmaler Spalt bleibt offen. Über diesen versorgt das Männchen seine Partnerin und später auch den Nachwuchs mit Nahrung. Das Weibchen nutzt die Öffnung, um die Höhle frei von Unrat und Kot zu halten. Das Weibchen legt mehrere Eier und nach etwa 35 Tagen schlüpft das erste Küken. In der Regel wird nur ein Jungtier großgezogen, sodass  die anderen Eier eher eine Reserve- funktion haben. Die jungen Rhino- zeroshornvögel entwickeln sich nur langsam – nach etwa drei Wochen öffnen sie ihre Augen und erst mit zehn Wochen sind sie flügge. Kurz bevor es so weit ist, beginnt die Mutter damit, den Höhleneingang zu öffnen, sodass die Vögel ihr Ver- steck verlassen können. Am Ende hat das Weibchen circa vier Monate freiwillig eingeschlossen in der Höhle verbracht.  Dieses außergewöhnliche Nistver-halten konnte auch im Zoo Rostock schon beobachtet werden, in dem die  Haltung von Hornvögeln eine lange Tradition hat. Im Jahr 1967 zog das erste Paar Doppelhornvögel in den Zoo und zog im Jahr 1978 erfolgreich ein Jungtier auf. Für die damalige Zeit war dies eine Sensation und erst die dritte erfolgreiche Zucht überhaupt in einem Zoo. Auch mit anderen Paaren glückte die Nach-zucht von Doppelhornvögeln in den 80er und 90er Jahren, sodass insgesamt sieben Jungtiere im Zoo  Rostock flügge wurden. Zuchterfolge bei folgenden Hornvogel-Arten wie den Rhinozeroshornvögeln blieben leider aus.  Das Weibchen, erkennbar an den hellen Augen, vor der Bruthöhle. VOGELZUCHT 2008: Einweihung der  Pelikan-Anlage am  ehemaligen Ententeich. 2010: Erstmalige Aus- wilderung Wisentjung- tier im Rothaargebirge. 2008:  Startschuss für das  Darwineum.


21 JUNGTIERE JUNGTIERE 2023 0,1 Braunborsten-Gürteltier (*28. Feb.) 1,0 Husarenaffe (*11. März)0,1 Orang-Utan (*14. März)1,1 Grünarassaris (*22. April)1,3 Humboldtpinguine (*bis 4. Mai)0,1 Bartkauz (*12. Mai)2,0 Plüschkopfenten (*23. Juni)5,3 Zwergsäger (*bis 5. Juli)0,0,4 Weißkopfruderenten (*bis 29. Jul)0,0,1 Rotaugen-Laubfrosch (*4. Okt.) 2,2 Hutiacongas (*bis 13. Oktober)0,0,1 Falsches Chamäleon (*11. Dez.) 0,1 Pferdeantilope (*19. Dezember) (eine Auswahl) 1,0 =  ♂  | 0,1 =  ♀  | 0,0,1 = Geschlecht unbekannt Im  Mai 2023  gab es wieder Nach- wuchs auf der Elch-Anlage. Ein Junge und ein Mädchen, Zwillinge,  brachte Elchweibchen Sieglinde zur Welt. Damit beleben derzeit immer noch sechs große Hirsche die Anlage  zwischen Polarium und Rentieren. Mitte April und Anfang Mai  2023  schlüpften insgesamt vier Küken bei den Humboldtpinguinen. Sie    wachsen sehr schnell und sind nach ein bis zwei Monaten bereits so groß wie die erwachsenen Tiere. Man kann sie dennoch optisch vonein-ander unterscheiden: Das typische schwarz-weiße Gefieder entwickelt sich erst, wenn die Jungtiere ge-schlechtsreif werden. Das passiert nach etwa einem Jahr, dann mau-sern sie vom grau-braunen Feder-kleid ins „Erwachsenengefieder“. Der alte Kulan-Mann hat dem Zoo noch ein kleines Andenken hinter-lassen: Am  16. Juli 2023  wurde ein  Mädchen – „Isabell“ – geboren.  Im April 2023 wurde die neue Erd-männchengruppe im Zoo Rostock vorgestellt und am  5. Juni   gab es  das erste Mal Nachwuchs. Die Jung-tiere sind die ersten Wochen unge-stört in der Höhle geblieben, so dass sich erst später ein Überblick ver-schafft werden konnte: Vier Babys brachte das Weibchen, das aus dem Zoo Leipzig nach Rostock kam, zur Welt. Eins der drei Männchen hat sich als vermeintlicher Gruppen-chef herauskristallisiert und ist da-her sehr wahrscheinlich der Papa. Grundsätzlich gibt aber stets das  dominante Weibchen in der Gruppe den Ton an. IM ZOO TIERKINDER  2010: Eröffnung der  rekonstruierten „Histo- rischen Huftieranlage“. 2011: Spatenstich, Grund-  steinlegung und Richt- fest beim Darwineum. 2011: Erste Baumpflanz-  aktion „Bürger für Bäume“  mit Stadtforstamt HRO.


22 Still und im Verborgenen, nämlich hinter den Kulissen des Darwi-neums, können sich die Tierpflege-rinnen und -pfleger des Zoos täg-lich über Erfolge freuen, die man als Zoogast kaum mitbekommt. Von außen sind nur die vielen spannenden Quallenkreisel in der Evolutionsausstellung des Darwi-neums sowie in den Meereswelten des Polariums zu sehen. Was aber dahinter steckt, ist viel Arbeit. Um stets Tiere in der Schau zeigen zu können und auch mal neue Arten vorzustellen, werden im Backstage- Bereich des Darwineums unzählige  Quallen verschiedenster Arten ge-züchtet. Das erfordert viel Erfahrung  und Fingerspitzengefühl. Das Zoo-team ist im Laufe der Jahre seit Eröffnung des Darwineums 2012 so erfolgreich darin, dass die nach-gezogenen Quallen nicht nur für die  eigenen insgesamt 10 Quallenkreisel  bestimmt sind, sondern auch an andere zoologische Einrichtungen in ganz Europa abgegeben werden können. Auch die Forschung kann der Zoo Rostock mit seiner Quallen-zucht unterstützen, beispielsweise in den Bereichen Lebensmittelfor-schung oder Medizin. Bereits seit 2012 züchtet der Zoo Rostock erfolgreich die Phyllorhiza punctata, die  Gepunktete Wurzel-  mundqualle . Besonders auffällig und   schön anzusehen ist der bläuliche Schirm mit den weißen Punkten.   Wie für Wurzelmundquallen typisch, besitzt diese Art keine Tentakeln. Vielmehr filtert sie über mit Nessel-zellen besetzte Mundröhrenarme Plankton aus dem Meerwasser.Im Gegensatz zu ihr hat die  Japa- nische Kompassqualle  – Chrysaora   pacifica – auffallend lange Tentakeln. Diese können bis zu zehn Meter lang werden und beim Menschen Hautreizungen verursachen. Mit dem leichten Gift kann sie ihre    Beute wie Kleinkrebse, kleine Fische oder andere Quallen betäuben und fressen. Die Aurelia maledivensis, eine Warm- wasser- Ohrenquallenart , ist im Jelly-  fish-Planet im Polarium zu sehen. Von dieser Art, die zumindest optisch jeder auch aus der Ostsee kennt, wird stets ein Überschuss gezüchtet,  um die Tiere nicht nur im Quallen-kreisel zu zeigen, sondern auch als Futter für andere Quallenarten zu nutzen.         « „HEIMLICHE“  ZUCHTERFOLGE « « « Sehr technisch mutet der Backstage-Bereich für die Quallenzucht im Darwineum an. 2012: Rückkehr der   Wapitis dank der Unter- stützung des Zoovereins. 2012:  Eröffnung des  Darwineums. 2012: „Sensation“: Sechs  Bartkauzküken erblicken  das Licht der Welt.


23 ARTENSCHUTZ Palmölplantagen, illegaler Koka-Anbau und das mögliche Vorhandensein von Gold und Ölfeldern  stellen Bedrohungen für den Baumsteiger dar. WIEDERGEFUNDEN ENTDECKT, VERSCHOLLEN UND  Der Fantastische Baumsteiger wurde 1883 von G. Boulenger be-schrieben und war dann für über 100 Jahre verschollen. Erst 2010 wurde er in der Nähe der peruani-schen Stadt Yurimaguas wieder- entdeckt.  Sein Lebensraum im Tiefland von Peru ist inzwischen fast vollständig verschwunden. Die Unterschutzstellung des Lebens-raumes des Fantastischen Baum-steigers ist ein Anliegen des „Plant for Future Rostock e.V.“, einem von  drei Rostockern gegründeten Natur- schutzverein. Die ersten Hektar Regenwald    wurden durch „Plant for Future“ bereits erworben. Außer weiterem Landkauf sind der Aufbau einer kleinen Station, die Einstellung eines Rangers und die wissenschaft-liche Erkundung des Gebietes mit einer ersten Bestandsaufnahme die nächsten geplanten Schritte.  Sobald Oliver Nemec, einer der Köpfe des engagierten Artenschutz-projektes, aus Peru zurück ist, wird er im Zoo Rostock vorbeischauen. Denn: Als Botschafter für seine ge-samte Heimat sind ab sofort auch im Zoo Rostock Fantastische Baum- steiger zu sehen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Nachzuchten in Menschenobhut, keine Tiere wer-den aus der Natur entnommen.Der Ranitomeya fantastica wird auch  Rotkopf-Baumsteiger genannt. Sechs dieser besonderen Frösche sind in das neu errichtete Terrarium im Südamerika-Haus eingezogen. In Eigenregie wurde dafür die Technik verbaut und die Bepflanzung und Einrichtung der Terrarien vorge- nommen. Wichtig bei der Auswahl  der Pflanzen: Diese Frösche brauchen Bromelien. In die mit Wasser ge-füllten Blattachseln dieser Pflanzen legen die Frösche ihre Eier und in diesen „Miniteichen“ wachsen die Quappen heran. Außerdem nutzen  erwachsene Rotkopf-Baumsteiger sie gern als Schlafplatz.Im Terrarium werden außerdem    Grüne Riesengiftfrösche (Ameerega  trivittata) zu sehen sein.        « 2013: Erster Orang-Utan- Nachwuchs im Darwineum  heißt „Surya“. 2014: Ein Ei beim Kurz-  schnabeligel, ein weltweit  beachteter Zuchterfolg. 2013: Erstmals nach  10 Jahren Nachwuchs  bei den Kapuzineraffen.


24 Im Jahr 1992 gegründet hat es sich  die European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) als europäischer Zoo- verband zur Aufgabe gemacht, die Zusammenarbeit unter den Zoolo- gischen Gärten und Aquarien zu för- dern und so gemeinsam Ziele der   Bildung, der Forschung und der Art- erhaltung zu erreichen. Auch der  Natur- und Artenschutz in der Wild- bahn spielt dabei eine bedeutende Rolle. Der Titel der aktuellen EAZA- Artenschutzkampagne lautet „Viet- namazing“ und widmet sich dem viel- fältigen Artenreichtum Vietnams, der vor allem durch einen hohen Habitatsverlust stark bedroht ist. Durch die Zusammenarbeit der Zoos, ihr Know-how, Spenden und ihre Reichweite sollen die bedrohte Bio- diversität Vietnams und notwendige Schutzmaßnahmen anhand ver-schiedener tierischer Botschafter öffentlich in den Fokus gerückt und  mit Unterstützung umgesetzt werden.   Mit Gibbons und Moosfröschen leben zwei Artenschutz-Botschafter der Vietnamazing-Kampagne auch im Zoo Rostock. Der Nördliche Weiß-wangengibbon ist ein naher Ver- wandter unserer Weißhandgibbons. Insgesamt haben sechs von sieben Schopfgibbonarten ihre Heimat in Vietnam und allesamt sind stark gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Grund für die Bedrohung  des Nördlichen Weißwangengibbons ist vor allem sein drastisch schrumpfender Lebensraum, aber auch die Bedrohung durch den Tierhandel oder die Jagd für die traditionelle Medizin. Die Art lebt nur noch in kleinen, stark fragmen-tierten Gruppen. Weitere Vietnamazing-Botschafter sind ebenfalls im Darwineum zu finden: die Vietnamesischen Moos-frösche. Die Tiere fallen vor allem durch ihr bizarres Aussehen auf. Die Körperoberseite ist zumeist  moosgrün und mit vielen Warzen  übersät. Nach Erhalt zweier Weibchen sollen die Tiere im Zoo Rostock zeit-nah auch gezüchtet werden.Derzeit sind aus Vietnam 17 Moos- frosch-Arten bekannt, von denen fünf als gefährdet gelten. Mit weiteren un- beschriebenen Arten ist zu rechnen.  Über die Verbreitung und Biologie der Moosfrösche Vietnams ist bis-her nur sehr wenig bekannt. Hier besteht noch ein hoher Forschungs-bedarf, eine wichtige Vorausset-zung zum wirksamen Schutz dieser Arten. Ziel der EAZA-Artenschutzkampagne ist es, auf den notwendigen Schutz der Moosfrösche und Gibbons und vieler weiterer vietnamesischer Tierarten hinzuweisen und die rund 140 Millionen Menschen, die die EAZA-Zoos jährlich besuchen, für eben diesen zu sensibilisieren. Ein Ziel, dem sich der Zoo Rostock gern anschließt.      « EINZIGARTIGE TIERWELT IM FOKUS „VIETNAMAZING“ – VIETNAMS  ARTENSCHUTZ Nördliche Weißwangenschopfgibbons.  |  Links: Ein Vietnamesischer Moosfrosch im Darwineum. 2014: Eisbär „Fiete“  kommt nach 10 Jahren  „Babypause“ zur Welt. 2015: „Bester Zoo Euro- pas“, Kat. II, Verleihung  durch Anthony Sheridan. 2015: Einweihung  Handysammelbox im  Darwineum.


25 SCHNELLER, BEQUEMER  UND NACHHALTIGER –  TIERPATENSCHAFTEN IM ZOO Fast 500 Personen und Unter-nehmen unterstützen den Zoo Rostock und ihre Lieblingstiere mit einer Tierpatenschaft. Mittels einer Spende können die Tierpatinnen und -paten so ihre Ver- bundenheit zu den Zoobewohnern  zum Ausdruck bringen. Schon ab 50 € im Jahr kann eine Tierpatenschaft  für Gorilla, Eisbär, Erdmännchen & Co. abgeschlossen werden, wobei die Übernahme einer Patenschaft künf- tig noch schneller, bequemer und nachhaltiger gestaltet werden soll.  Über ein neues Online-Patenschafts-  ONLINETICKET-SHOP Der im November 2023 eingeführte Online-Shop ermöglicht bereits das unkomplizierte Bestellen von Gutscheinen. Unter  zoorostock.ticketfritz.de    können Wertgutscheine von 25 bis 250   Euro ausgewählt werden. Auch  in Höhe einer Jahreskarte für Er-wachsene, Kinder oder Hunde kann der Gutschein in den Warenkorb gelegt werden. Dort angekommen, haben unsere Zoofreunde die Mög-lichkeit, noch einen Gruß einzu- fügen und den Gutschein nach Be- zahlung per Kreditkarte oder Paypal bequem zu Hause auszudrucken. Demnächst möchte der Zoo Rostock über den Online-Shop auch die Möglichkeit bieten, Eintrittskarten zu buchen.  Wer bereits eine Jahreskarte hat, kann seit dem letzten Jahr das neue elektronische Drehkreuz am Haupt- eingang Barnstorfer Ring nutzen. Dieses soll perspektivisch auch für die Onlineticket-Inhaberinnen und Inhaber als Einlass fungieren.          « modul können Tierfans schon bald über die Homepage des Zoos eine Patenschaft abschließen und be-quem online bezahlen. Der Versand  der Patenschaftsurkunden gestaltet sich ab sofort nachhaltiger und erfolgt digital per Mail. So werden die Urkunden nur noch bei Bedarf ausgedruckt. Einfacher wird es so  auch für all jene, die eine Tierpaten- schaft verschenken möchten. Für alternative Zahlungs- oder Versandmöglichkeiten steht den    (potenziellen) Unterstützerinnen und Unterstützern das Paten-schaftsteam weiter beratend zur Seite.       « Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – unsere Tierpatinnen und -paten sind uns das ganze Jahr treu. So unterstützten uns bisher beispielsweise Metallbau Ott bei den Eisbären; Hotel Neptun bei den Seepferdchen im Darwineum; Galabau Rostock bei den Yaks; das AZF bei den Eseln (v.o.n.u.). Das Drehkreuz am Haupteingang Barnstorfer Ring lässt Jahreskarten- und perspektivisch auch Onlineticket-Inhaberinnen und Inhaber ein. SERVICE 2015: Eröffnung der  Zwergflusspferdanlage  (ehem. Elefanten). 2016: Eröffnung des  Artenschutz-Pavillons  am Artenschutztag. 2016: Startschuss für  Polarium mit Übergabe  Fördermittelbescheid.


26 BILDUNG HAUSTIER- FÜHRER- SCHEIN Kaninchen, Hamster oder Meer-schweinchen – viele Kinder wün-schen sich ein eigenes Haustier. Doch die Entscheidung will wohl überlegt sein, schließlich bringt ein „flauschiger Mitbewohner“ eine Menge Verantwortung mit sich. Bei diesem Angebot für Kinder wird das Wissen um die artgerechte Haltung von Haustieren, die Be-dürfnisse eines Haustieres und die täglich anfallenden Arbeiten auf spielerische Weise vermittelt und mit einigen Praxiselementen ver-bunden. In kleinen Gruppen statten die fünf- bis achtjährigen Teilneh-menden den Tieren im Streichel- gehege einen Besuch ab, packen mit  an und lernen spielerisch und haut- nah allerhand Wichtiges über die rich- tige Haltung von Meerschweinchen, Kaninchen & Co. So auch, dass das Füttern und Säubern ebenso zum Alltag mit einem Haustier gehören, wie das Kuscheln und Spielen. Ausgestattet mit einem „Haustier- Führerschein“ können die Familien  im Nachhinein besser entscheiden, ob ein Haustier einziehen soll und welches hier vielleicht am besten geeignet ist.       « ZOOPÄDAGOGIK   UND NACHHALTIGE  ENTWICKLUNG rung der Besucherprogramme des Rostocker Zoos nahmen 16 Mitar-beiterinnen und Mitarbeiter aus    verschiedenen Abteilungen des Zoos im Januar 2024 an dem Workshop „Zoopädagogik als Teil des Welt- aktionsprogramms BNE“ des Ver-bands der deutschsprachigen Zoo-pädagogen teil. Hier ging es um die Möglichkeiten zur Entwicklung auf BNE ausgerichteter Konzepte wie  auch die Vorstellung verschiedener Methoden zur Vermittlung. Auf Grundlage der vielfältigen Möglich-keiten heißt es nun, Bildungspro-gramme ggf. anzupassen und mit den vielfältigen Bildungsstrategien von Zoo, EAZA & Co. in Verbindung zu setzen und komplexe Themen im  Bildungskontext des Zoos nach- haltig zu vermitteln.       « Die Bildung für nachhaltige Ent-wicklung, kurz BNE, befasst sich mit Bildungsstrategien, die Men-schen dazu befähigt, zukunftsori-entiert zu denken und zu handeln und die Auswirkung ihres eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen. Die Bildung ist für moderne Zoo- logische Gärten eine der Hauptauf-gaben – mit ihr gehen hochwertige  zoopädagogische Bildungsangebote und die Vermittlung von Wissen zu den Tieren und zum Erhalt der bio-logischen Vielfalt einher. BNE bietet hier eine Vielzahl von Vermittlungs- methoden, die auch in der von der European Association of Zoos and  Aquaria (EAZA) definierten Bil-dungsstrategie „Conservation Edu- cation“ festgesetzt ist. Zur Weiter-bildung und zur weiteren Optimie- Mit dem Kurs für den „Haustier-Führerschein“ wird den Kindern das Handling mit Meer-schweinchen & Co. nähergebracht. Der Workshop im Rahmen des BNE. 2017: Abschluss der  Abrissarbeiten an der   alten Bärenburg. 2017:  Grundsteinlegung für  das Polarium. 2017: 50 Jahre Rostocker  Zooschule – viertälteste  in Deutschland.


27 ZOO ROSTOCK ZOO ROSTOCK NACHHALTIG Der Sandregenpfeifer ist ein Wat-vogel, der auch bei uns an der Ostsee anzutreffen ist. Während es ihn im Winter nach Westeuropa und Afrika zieht, verbringt er die Zeit von März bis August auch an unseren heimischen Sand- und Kiesstränden. Aufgrund der inten-siven Nutzung der Strände als Bade-  und Freizeitort sind die Strandbrüter, deren Gelege mit Farbe und Muster zwischen Sand und Steinen perfekt getarnt sind, besonderen Gefahren  ausgesetzt. Auch die Jungtiere legen sich bei Gefahr flach auf den Boden und sind hier kaum zu erkennen. Die hohe Störungsintensität bei der Brut und die Gefahr der Zerstörung der Gelege machen das erfolgreiche Brüten fast unmöglich. Die Fachgruppe Ornithologie Rostock im NABU Mittleres Mecklenburg und  der Zoo Rostock engagieren sich gemeinsam für den Schutz der Sandregenpfeifer in der Region.    Rund um Rostock sind einige Vor- kommen der Watvögel bekannt, je- doch in der Regel schon seit Jahren ohne Bruterfolg. Zum Schutz der Sandregenpfeifer und anderer Tiere  haben sich in der Vergangenheit  sogenannte „Strandinseln“ bewährt.  Das Konzept sieht vor, dass be-stimmte Bereiche des Strandes während der Brutsaison der Sand-  regenpfeifer mittels einer einfachen Umzäunung temporär gesperrt werden. Von den Schutzzonen pro-fitieren andere strandbewohnende Tiere und Pflanzen gleichermaßen. Die Strandinseln wurden am Rieden- see westlich von Kühlungsborn be- reits erfolgreich erprobt. Hier brüte- ten Sandregenpfeifer im Jahr 2022 nach acht Jahren erstmals wieder erfolgreich. Eine weitere Projekt- fläche ist für 2024 in Elmenhorst vorgesehen. Der Zoo Rostock wird hier nicht nur die Materialkosten für die geplanten Strandinseln übernehmen, sondern möchte die Zoogäste künftig auch über ent-sprechende Infotafeln im Zoo für den Schutz der Sandregenpfeifer  sensibilisieren und Verständnis für etwaige Absperrungen beim nächsten Strandbesuch schaffen.  «  SANDREGEN- SCHUTZ FÜR PFEIFER ARTENSCHUTZ Zum Schutz der Sandregenpfeifer (Foto oben) sollen auch am Strand in Elmenhorst (Foto unten) Schutzzonen entstehen. Das Projekt entsteht im gemeinsamen Jubiläumsjahr – auch der NABU wird 125 Jahre alt. NUN- ZERTIFI- ZIERT Die Zoobesucherinnen und -besucher für die Schönheit und Vielfalt der Natur zu begeistern, aber auch für  die Bedrohungen zu sensibilisieren, ist uns ein wichtiges Anliegen im  Zoo Rostock. Jährlich besuchen mehr als 10.000 Schülerinnen und Schüler, viele Studierende und andere Lernende das „Grüne Studierzimmer Zoo“. Für unsere Angebote wurden wir 2014 erstmals mit dem Zertifikat „Bildungszentrum für Nachhaltig- keit“ ausgezeichnet. Das sogenannte NUN-Siegel, das für „norddeutsch und nachhaltig“ steht und ein Ver-fahren zur Qualitätsentwicklung darstellt, wird regelmäßig evaluiert und der Zoo im Jahr 2024 rezertifi-ziert.      « Bereits seit 10 Jahren ist der Zoo Rostock ein „Bildungszentrum für Nachhaltigkeit“.2024 wurde der erste Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. 2018: Eröffnung des  Polariums für Eisbären  und Humboldtpinguine. 2019:  Erstmals „Zoolights“  in Rostock. 2019: Neues Logo und  Corporate Design zum  120. Jubiläum.


28 ARTENSCHUTZ Neben konkreten Maßnahmen zum  Arten- und Naturschutz hat das    Projekt im Maiko-Nationalpark auch die wirtschaftliche Stärkung der Be- völkerung im Parkumfeld sowie die Verbesserung ihrer Lebensverhält-nisse zum Ziel. Konkret profitieren fast 25.000 Menschen aus zehn Gemeinden von den Maßnahmen, ohne deren Mithilfe der Schutz der Gorillas nahezu unmöglich ist. Zudem soll so die Verständigung zwischen den Gemeinden und den Mitarbeitenden des Nationalparks verbessert werden.  Einen weiteren Beitrag zum Schutz der Gorillas und ihres Lebensraums können die Nutzerinnen und Nutzer von Smartphones leisten. In den Ge-räten werden zahlreiche Rohstoffe  verarbeitet, die von allen Kontinenten der Welt stammen. Der Abbau der Rohstoffe erfolgt oftmals auch in  tropischen Regenwäldern und geht hier mit der Zerstörung des Lebens- raums zahlreicher Tier- und Pflanzen- arten einher. Die möglichst lange Nutzung der Geräte, die Reparatur kaputter Handys, die Weitergabe oder der Verkauf alter Smartphones und schließlich das Recycling führt zu einem verringerten Abbau der Rohstoffe und damit zum Schutz der Tiere und ihrer Lebensräume. Dafür ist in der Tropenhalle des Darwineums seit vielen Jahren eine  Handysammelbox zu finden. Die aus- rangierten Geräte werden hier ent-gegengenommen und anschließend  VIELFÄLTIGE HILFE FÜR DIE GORILLAS und unterstützt seit 2021 zusätzlich das Artenschutzprojekt des Vereins im Maiko-Nationalpark in der Demo- kratischen Republik Kongo. Für die  Aufklärung der Bevölkerung im Um- feld des Parks, die Wildhüter-Aus-stattung, Materialien zur Bestands-aufnahme, die Unterstützung der  Parkverwaltung, verbesserte Arbeits- bedingungen für die Wildhüter, konkrete Maßnahmen zur Unter- stützung der Bevölkerung usw. stellte der Zoo Rostock seit 2021 Spenden  in Höhe von 40.000 € bereit. Spenden,  die nur durch die Unterstützung der  Zoobesucherinnen und -besucher durch den freiwilligen Artenschutz-beitrag geleistet werden konnten.  Gorillas sind vom Aussterben be-droht und wie so häufig geht diese Bedrohung mit dem Verlust ihres Lebensraums einher. Aus diesem Grund unterstützt der Zoo Rostock  seit über 20 Jahren die Artenschutz- organisation Berggorilla und Regen- wald Direkthilfe e.V., die sich dem Schutz der Gorillas und dem Erhalt ihres Lebensraums verschrieben hat. Der Verein, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen mit einer Jahrestagung im Zoo Rostock feiert, setzt dabei auf notwendige Maß-nahmen zum Natur- und Arten-schutz im Einklang mit den Bedürf-nissen der Bevölkerung. Der Zoo  Rostock ist seit 2001 Vereinsmitglied  Der Lebensraum der Gorillas muss dringend geschützt werden: Diesem Ziel dienen Schutzprojekte in Nationalparks ebenso wie der nachhaltige, sparsame Umgang mit natürlichen Ressourcen. 2020: Pandemiebedingte  Einschränkungen bis  hin zur Zooschließung. 2020: Verleihung des  „Biber-Preises“ für das  Korallenriff. 2020: Eröffnung der  Sichler-Voliere am  ehem. „Café Tordalk“.


29 über die Veolia Umweltservice Nord GmbH recycelt. Das Geld, das der Zoo Rostock für die Geräte erhält, geht zudem zu 100 % an den Berg- gorilla und Regenwald Direkthilfe e.V. Weitere 3.050 € konnten so im vergangenen Jahr über die Handy- Sammelboxen im Darwineum für die Arbeit des Vereins generiert werden.  Viele Zoobesucherinnen und -be-sucher leisteten damit neben ihrer Unterstützung über den Arten-schutzbeitrag einen zusätzlichen Beitrag zum Natur- und Arten-schutz und besonders zum Schutz der Gorillas in der Wildbahn.             « Zooentdecker „zerlegen“ Smartphones Im Januar waren die „Zooentdecker“, die Kinder-AG des Rostocker Zoo-vereins, wieder im Zoo Rostock unterwegs und nutzten die Gelegen-  heit, auf „Schatzsuche im Smart-phone“ zu gehen. Unter fachmänni- scher Anleitung demontierten die „Zooentdecker“ einige Smartphones, um sich diese genauer anzusehen und die verarbeiteten Rohstoffe ausfindig zu machen, die oftmals in  den tropischen Regenwäldern abge-baut werden, wodurch der Lebens-raum vieler Tier- und Pflanzenarten  zerstört wird. Davon betroffen sind auch die Gorillas in der Wildbahn. So wurden die Kinder für einen nachhaltigen Umgang mit den Ge-räten und den Artenschutz sensibi-lisiert.  Zooverein unterstützt „Plumploris e.V.“ Im Rahmen der vielfältigen Tätig-keiten des Rostocker Zoovereins lud  dieser im Februar 2024 zu einem Vortrag von Marcel Stawinoga zum Thema „Plumplori-Schutzprojekt in Bangladesch“ im Darwineum ein. Marcel Stawinoga arbeitet als  Kommunikationsmanager und Artenschutzkoordinator im Zoo Dortmund und ist Vorsitzender des  Plumploris e.V., der das Plumplori- Projekt im Lawachara-Nationalpark betreibt. Regelmäßig reist er nach  Bangladesch, um bei Auswilderungen dabei zu sein. Der Verein rettet und  rehabilitiert nicht nur die bedrohten Plumploris, sondern fördert auch Forschungsarbeiten, um das Wissen  über diese Primaten zu erweitern und den natürlichen Lebensraum zu schützen. Plumploris e.V. klärt die Öffentlichkeit über die Gefähr-dung und Gefährdungsursachen  auf und fördert eine Optimierung ihrer Haltung in Zoologischen Gärten und Auffangstationen. Im Rahmen des Vortrags konnten sich  Vereinsmitglieder und interessierte Zoogäste über die Tiere und das Ar-tenschutzprojekt informieren. Der Rostocker Zooverein nutzte die Gelegenheit, Marcel Stawinoga im Rahmen der Veranstaltung eine Spende in Höhe von 1.000 € für den Plumploris e.V. zu überreichen. Ein großes Geschenk erhielt bei der Jubiläumsfeier im März 2024 außerdem der Zoo Rostock:  Mirko  Strätz, Vorsitzender des Rostocker  Zoovereins, überreichte Zoodirektorin Antje Angeli passend zum 125. Zoo-geburtstag einen Scheck in Höhe von  125.000 €. Die großzügige Spende wird für künftige Projekte im Zoo genutzt.                                                        « DES ZOO- DIE ARBEIT VEREINS ZOOVEREIN Wer weiß schon genau, welche „Zutaten“ in einem Handy verarbeitet sind? Mobiltelefone sind Allerwelt-geräte der besonderen Art, denn in ihnen sind über 60 verschiedene Stoffe aus etlichen Ländern verbaut. Kathrin und Matthias Meisel vom Rostocker Zooverein übergeben den Spendenscheck an Marcel Stawinoga. 2021: Einweihung des  barrierefreien Zoo- Express‘ des Zoovereins. 2021:  Projektstart für die neue  Robbenanlage. 2021: „Staffelstab“- Übergabe – Antje Angeli  ist neue Zoodirektorin. «


30 PREMIUMPARTNER FÜR NATUR- UND ARTENSCHUTZ UNSERE PREMIUMPARTNER 2023: Erster Spaten- stich für die neue  Robbenanlage. „ Seit 1899 begeistert der Zoo Groß und  Klein. Als Premiumpartner und Pate der  Seehunde sind wir als OstseeSparkasse Rostock stolz auf diese Erfolgsgeschichte.  Die Seehunde stehen symbolisch für den  Schutz der Meeresumwelt und somit für  die wichtige Arbeit des Zoos beim Schutz  von Tier und Natur. Wir gratulieren herz- lich und freuen uns auf die nächsten 125 Jahre! “ Seit vielen Jahren engagieren sich die  Stadtwerke Rostock als Premiumpartner  und Gorillapate für den Zoo Rostock. Zum 125. Jubiläum gratulierte die Vor- ständin Heike Witzel mit einem be- sonderen Geschenk: Der Scheck in  Höhe von 5.000 € soll die Zusammen- arbeit stärken und fortsetzen. „ Die ROSTOCK PORT GmbH übermittelt  die allerherzlichsten Glückwünsche – wir freuen uns mit Ihnen über dieses bemerkenswerte Jubiläum und möchten Sie gern weiterhin auf dem Weg durch die kommenden Jahre und Jahrzehnte begleiten. Was Sie auf Ihrem weiteren  Erfolgsweg stets begleiten soll: Neugier,           Leidenschaft und Vielfalt! “ Mit dem Bau der Großkatzenanlage im Jahr 2000 zogen erstmalig auch ganz kleine Katzenartige im Zoo Rostock ein: die Erdmännchen. Und  seither ist Lotto Mecklenburg- Vorpommern Premiumpartner  für den Natur- und Artenschutz und  Tierpate für die quirligen Besucher- lieblinge. Mit den besten Glück-wünschen zum Jubiläum soll die Partnerschaft selbstverständlich weitergeführt werden. Die WIRO Wohnen in Rostock ist lang-jährige Premiumpartnerin des Zoos und Patin der Orang-Utans und der Galapagos-Schildkröten. Ralf Zimlich,  Vorsitzender der Geschäftsführung,    freut sich über die kleine Khaleesi, den  jüngsten Nachwuchs im Orang-Utan- Kindergarten, und gratuliert dem Team des Zoos herzlich zum Jubiläum. Dr. Ait Stapelfeld und Lotto Mecklenburg- Vorpommern sind Erdmännchen-Paten. Die neue Vorständin der Stadtwerke Rostock Heike Witzel mit Zoodirektorin Antje Angeli. Ralf Zimlich und die WIRO Rostock sind Paten für Orang-Utans und Galapagosschildkröten. 2021: Erster Eisbären-  nachwuchs im Polarium  sind „Kaja“ und „Skadi“. 2022: Verabschiedung  Seehunde ins Zwischen- quartier „Hohe Düne“. Bernd Brummermann und Karsten Pannwitt (v.l.n.r.), OSPA Vorstandsteam Dr. Gernot Tesch (Foto) und Jens A. Scharner, Geschäftsführer  der ROSTOCK PORT GmbH und Eisbären-Paten.


31 A nzeige HERAUSGEBER & FÜR DEN INHALT VERANTWORTLICH  Zoologischer Garten Rostock gGmbH DRUCK & FERTIGUNG  Saxoprint GmbH STAND März 2024 TEXTE Carina Braun, Maria Seemann, Constanze Steinke ILLUSTRATIONEN Andrea Bergmann (27), Anna Kurth (27), Horst Naumann (Titel, 15) FOTOS Steffen Ahlefeldt-Purgander (09, 27)Anna Bahlmann (30)Uwe Brand (11)Carina Braun (03, 09-11, 13-15, 20, 25-26, 28)Daniel J. Cox (17)Axel Dobbertin (22-24)Matthias Drübbisch (04, 14, 21, 30)Frank Fuchs (16-17, 20)Kerstin Genilke (11, 28, 30)André George (12)Frank Georgi (15, 18)Danny Gohlke (03, 06, 29)Günter Hansen (10)Jonas Homburg (27)Christiane Hüerkamp (26)Kristin Jacobi (06, 07, 20)Hanna Kabel (04, 24)Joachim Kloock (02, 07, 12-13, 16-19, 21-30)Daniela Lahn (16)Volker Matern (26)Matthias Meisel (02)Evi Meyer (19)Hans Wolfgang Nehls (15, 20)Oliver Nemec (23)Dan Pearlman (17)Petra Reemer (22)Michelle Reichelt (09, 30)Petra Rommel (09)Jan Rosenboom (18)Maria Schierstedt (21)Katrin Schüler (29)Maria Seemann (07-08, 10, 13, 22, 25)Stadtwerke Rostock (30)Anja Wrzesinski (24)Charlotte Würz (14)Antje Zerfass (22, 29)Thiomas Ziegler (08)Zooarchiv (04-15) VIELEN DANK Unsere Premiumpartner für Natur- und Artenschutz: Unsere Goldpartner: Unsere Silberpartner: Unsere Bronzepartner: Weitere Partner: IMPRESSUM LÖSUNG SEITE 14:  1a, 2c, 3b


125 JAHRE, 125 GESICHTER