Die neue Welt der kleinen BahnMärz 2016WWW.MODELLWELTMUELLER.DE - FOTOMAGAZINDDaassBBrrüücckkeennddiioorraammaaEEiinneeBBüühhnneeffüürrddiieekklleeiinneeBBrrüücckkeevvoonnHHaacckkZu Gast:Leuchten für etaneRDas Modell des Jahres 2016:Die Schranke vonFKS-Modellbau


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FOTOMAGAZIN- 3WWaasszzuummGGeeiieerrwwiirrddddaassnnuunnwwiieeddeerr??WillkommenzurerstenAusgabedesModellweltmüllerFotomagazins! Self-Publishing ist ein noch recht junger Trend,Online-Dienste ermöglichen jedermann das zu publizieren, waser für spannend hält. Auch ich wollte das zumindest malausprobieren, um zu sehen wohin das führt.Obwohl ich das Internet selbst rege nutze, bin ich nach wie vorder Meinung, dass der Bildschirm gedrucktes Papier halt dochnicht komplett ersetzen kann. Schöne Bilder wollen gedrucktwerden. Hier ist beides möglich.Je nach eurem Zuspruch und Feedback wird sich zeigen, ob esauch weitere Folgen gibt und unter Umständen auch Artikelanderer Autoren. Nicht zuletzt möchte ich auch Kleinserien-herstellern die Möglichkeit geben, etwas Werbung für ihre Sachezu machen und biete dafür etwas Raum.In dieser ersten Ausgabe findet sich mit dem Brückendioramaein alter Bekannter, der seinerzeit im Trix-Magazin veröffentlichtwurde. Dazu gesellt sich mit dem Schrankendiorama eindeutlich neueres Thema, MEB-Leser werden es schon kennen.Dirk Jürgensen hat ebenfalls noch ein kleines aber sehr feinesHow-To beigesteuert.Nun wünsche ich viel Spass mit der Lektüre. Und bitte lasst michwissen, ob euch das gefällt oder nicht.Elvis MüllerImpressumHerausgeberElvis MüllerItzlings 2a, 88145 Hergatz 49 (08385) 922731RedaktionElvis Müllerinfo@modellweltmueller.deFreie MitarbeiterBirgit Bareth, Dirk Jürgensen,Gerhard Brodbeck, Michael SiemensBezugquelle/Druckwww.magglance.comAlle Rechte vorbehalten. Nachdruck,Vervielfältigung auch auszugsweisenur mit schriftlicher Genehmigung.Für unverlangt eingesandte Manu-skripte, Fotos und Druckvorlagenwird keine Haftung Ã¼bernommen.Ein Anspruch auf Veröffentlichungbesteht in keinem Fall. Namentlichgekennzeichnete Artikel geben nichtdie Meinung der Redaktion wieder.www.modellweltmueller.deInhalt4Urmodell & FormEine Brücke braucht Brückenköpfe. Dafür entstehen eine Silikonformund Abgüsse.7Einfach FärbenGipsteile lassen sich gut mit Lasuren färben.8Winzige WiderlagerDie Brücke von Hack ist sehr einfach gehalten. Das lässt sich Ã¤ndern.13 Grünzeugs und WasserspieleNun geht es an den Fluss und das Diorama wird grün.17 Filigrane SchrankeDas Modell des Jahres 2015 von FKS Modellbau wird in Szene gesetzt.22 Leuchtendes SchotterwerkDas Schotterwerk von Dirk Jürgensen erhält selbst gebaute Leuchten.


4 -FOTOMAGAZINUrmodell & FormEine Modellbahn ohne Brücken isteigentlich schwer vorstellbar. Trotzdemwird der 1:160-Markt nicht gerade Ã¼ber-schwemmt von Brücken, wo der Reizdoch gerade von der vielseitigen Aus-führung ausgeht, in der man diese beimVorbild antrifft.Von Elvis MüllerDie hier verwendete Brücke von Hack istvielleicht nicht in jeder Beziehung vorbild-getreu, dafür aber filigran, robust unddennoch preiswert. Dazu braucht es dannnoch Brückenköpfe, die wir hier natürlichselber bauen werden. Das Ganze aus Gipsmittels Silikonformen, die sich später auchweiterverwenden lassen.Am Anfang steht auch hier ein Urmodell.Eine Form aus Depronplatten (Selitron,Selitac etc.) wird mit UHU-Por geklebt. Indiese Form den dünnflüssigen Gips mit demPinsel verteilen, um zu verhindern dasskleine Blasen entstehen. Dann den rest-lichen Gips eingießen, bis die Form ebengefüllt ist.Nach etwa einer Stunde die Rohlinge aus derForm lösen und etwas trocknen lassen.LLaassssuunnsseeiinneeBBrrüücckkeebbaauueenn


FOTOMAGAZIN- 5Direkt nach dem Entformen ist der Gips noch zunass zum Schnitzen. Mit verschiedenen Werk-zeugen rückt man dem Rohling zu Leibe. Dabeihat es keine Eile, die Teile bleiben zwei Tage langbearbeitbar. Durch Einlegen in feuchte Tücherkann diese Zeit noch verlängert werden. DieFugen sollten nicht zu tief ausfallen. Die Ab-bildung mit Silikon ist sehr präzise, auch feineKratzer werden Ã¼bertragen.Aus beschichtetem oder lackiertem Holz (breitesTesa-Klebeband leistet hier ebenfalls guteDienste) wird ein Rahmen erstellt. Dabei kannman einen Teil des Rahmens fix auf eine Platteschrauben. Der andere Teil ist nur auf einer Seiteangeheftet. Das Silikon ist sehr flüssig undkriecht in kleinste Ritzen, daher ist es sinnvoll,die Form zusammenzuzwingen. Das Modell kannmit doppelseitigem Klebeband oder Plastilin(dünn ausgewalzt) am Boden der Form fixiertwerden.Die Rohlinge beginnen ihr Daseinin einer Form aus Depronplatten.Die Rohlinge aus der Form lösenund etwas trocknen lassen.Zum Gravieren der Rohlingekommen verschiedeneWerkzeuge zum Einsatz.


6 -FOTOMAGAZINDie beiden Komponenten müssen aufs Grammabgewogen werden. 1:1-mischbare Harze sindeinfacher in der Handhabung, trocknen jedochetwas eher ein und sollten binnen einem Jahrverbraucht werden. Meist härten (topfen) dieseHarze auch schneller, was nicht immer vonVorteil ist. Harz und Härter müssen gleichmäßigverrührt werden, ohne dabei Luftblasen zuerzeugen. Also schön langsam und gleichmäßig,dabei die Ränder nicht vergessen.Nun das Silikon an einem Punkt langsam ineinem dünnen Strahl in die Form gießen, ohnedass dabei Luftblasen entstehen. So kann dasSilikon schön am Rohling hochklettern und dieLuft verdrängen. Hilfreich ist auch ein Rüttel-brett oder eine zweckentfremdete Dekupiersäge.Die gefüllte Form stellt man dann auf denRüttler, damit sich Ã¼brige Gasblasen lösen undnach oben steigen.Sollte sich dennoch eine Blase gebildet haben,kann man die Form vielleicht noch retten, indemman eine kleine Menge Silikon anrührt und indie Blase füllt. Dann das Modell noch mal in dieForm geben und aushärten lassen. KleineBläschen kann man auch am Abguss entfernen,ist aber ab einer gewissen Menge etwasmühselig.Ist das Silikon vernetzt und durchgehärtet, kannentformt werden. Dabei möglichst das Modellnicht beschädigen, so kann man es noch einmalverwenden. Das Silikon klettert am Rand desRahmens etwas hoch. So entstehen Ränder, diemit einer Schere rundum entfernt werdenmüssen. Damit liegt die Form später auch geradeauf und es gibt keinen Verzug.Gips oder Stewalin?Die Abgüsse können aus speziellen keramischenGussmassen (Stewalin, Porcelin o.a.) hergestelltwerden. Diese gibt es im Bastelbedarf. Inunserem Fall ist die Form einfach und ohneHinterschneidung, da geht es auch wunderbarmit gewöhnlichem Modellgips.Die Form vor dem Einfüllen des Gipses mit etwasSpülmittel auswaschen, um Reste von Silikonölzu entfernen. Dann etwas Alkohol (Spiritus) inder Form schwenken. Den Gips dünnflüssig an-rühren und auf dem Rüttelbrett eingießen. Soerhält man reproduzierbare Ergebnisse prak-tisch ohne Lufteinschlüsse.Der Rahmen besteht aus beschichtetem(Tesa) Holz und wird mit Schrauben undZwingen fixiert. Die Konstruktion solltemöglichst dicht sein!Die beiden Komponenten des Silikonsmüssen genau abgewogen werden.Ist die Form aus Silikon fertigausgehärtet, kann das Ganzewieder zerlegt werden.


FOTOMAGAZIN- 7EEiinnffaacchhFFäärrbbeennDie fertigen Abgüsse werden vor dem Kolorierenmit Tiefgrund behandelt. Damit lässt sichverhindern, dass die Farbe zu schnell trocknet.OhneTiefgrundistkeinkontrollierterFarbauftrag möglich, da der Gips schnell undungleichmäßig wie ein Schwamm das Binde-mittel aufsaugt.Für den Brückenkopf werden einige Mauerteilegleicher Tönung benötigt. Die Lasur am besten ineinem kleinen Glas vorbereiten. Auch hierkommen die bekannten Farben von Revell zumEinsatz. Abweichend von der Anleitung kannman wie folgt vorgehen:• Die Dose nicht schütteln!• Mit einem Zahnstocher die Farbe vomGrund der Dose hervor holen, möglichstohne dabei viel vom oben schwimmendenÖl mitzunehmen.• Mit reichlich Feuerzeugbenzin auffüllen.Für die Mauern braucht es etwa zwei TeileSchwarz und ein Teil Braun. Auf einem Rest Gipskann man testen, ob die Verdünnung stimmt.Allerdings hellen die Farben noch etwas auf, esdarf ruhig etwas dunkler sein. Auch dabei hilftdas Probestück.Dann werden die Teile mit der Lasur behandelt.Zu helle Partien können noch nachgedunkeltVor der weiteren Behandlung werdendie Abgüsse mit stark verdünntemTiefgrund eingelassen.Einfärben derBrückenteile mit derfertig angemischtenLasur aus Email-Farbe und Feuer-zeugbenzin.Die Lasur vorab in einemkleinen Glas anrühren undan Gipsresten testen.


8 -FOTOMAGAZINwerden, ein Aufhellen ist später jedoch kaummöglich. Wer auf Nummer sicher gehen will,sprüht die Teile abschließend mit Mattlack ausder Dose (oder Sprühfirnis von Lukas) ein. Dabeikann sich der Kontrast erneut verändern.Die Mauerteile mit einigen Tropfen Holzleimfixieren und genau ausrichten. Eventuell hervor-quellender Holzleim kann mit einem feuchtenPinsel entfernt, beziehungsweise verstrichenwerden. Jetzt zeigt sich, ob die Teile zusammenpassen.WWiinnzziiggeeWWiiddeerrllaaggeerrDie Brücke (Hack-Brücken) bekommt noch einenzusätzlichen Unterzug aus Polystyrol. Die Ver-strebungen sind aus dünnen Evergreen-Streifen,der Rest I-Profile (3,2  mm) für die Träger und2 mm für die Querstreben. Die Profile lassen sichmit einem scharfen Messer passend zu-schneiden und mit Kunststoffkleber von Revellverkleben.An der Unterseite der Träger fehlen noch dieWiderlager. Auf der einen Seite entstehen dieseals kleine Zylinder aus 1,5  mm starkemMessingdraht, auf der anderen Seite aus 1,5 mmhohen H-Träger Messingprofilen (Conrad).Die Mauerteile mit einigen TropfenHolzleim fixieren und ausrichten(oben). Ãœberschüssigen Kleber miteinem nassen Pinsel entfernen.Die Brücke (Hack-Brücken) erhältnoch einen zusätzlichen Träger ausPolystyrol und Widerlager aus feinenMessingprofilen (links unten).Der Träger erhält vorab auf der Ober-seite eine Grundierung und kann dannauf die zuvor etwas abgeschliffeneBrücke geklebt werden.


FOTOMAGAZIN- 9Nach dem Trocknen des Klebers erhält dieOberseite des neuen Trägers eine Grundierungmit "Dark Grey" (Tamiya XF-24). Ist dieFarbschicht getrocknet, kann der Träger auf diezuvor etwas abgeschliffene Brücke geklebtwerden. Farbunterschiede verschwinden, indemdie gesamte Brücke einheitlich mit der Airbrush-Pistole eingefärbt wird.Die fertig montierte Brückekann nun mit Airbrush undAcryl-Farben von Tamiya einge-färbt werden.


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12 -FOTOMAGAZINZugeschnittene Schaumplatten ausdem Baumarkt werden passend zuge-schnitten und mit Holzleim aufgeklebt.Das Gleisbett entsteht aus einemStreifen Balsaholz. Die Lücke zwischenden Seitenteilen schließt ein passendgefeilter Mauerrest.Grundierung des Gleisjochsmit Airbrush undschwarzbrauner Farbe.12Die Holzschwellen erhalten eineDry-Brush-Behandlung miteinem hellen Graubraun.Die Profile werdenrotbraun eingefärbt.


FOTOMAGAZIN- 13Die Lücke zwischen den Seitenteilen schließt einpassender Mauerrest. Vor dem Einsetzen mussauch dieses Teil mit der Lasur behandeltwerden.Die Landschaftsschale entsteht aus Holzmaché,das als Pulver im Bastelzubehör erhältlich istund einfach mit Wasser zu einem (leider nichtessbaren) Teig angerührt wird. Mithilfe einerMalerspachtel lässt sich die Masse einfach aufdie Schaumteile aufbringen und die Lücken zumMauerwerk schließen. Grundieren der Land-schaft mit brauner Abtönfarbe sorgt für denerdigen Untergrund. In die Farbe wird an einigenStellen noch Drainagematerial eingestreut.Um die Brücke rum braucht es auch nochetwas Gelände, damit die Stützmauern nichteinsam in der Landschaft stehen. Dannwollen noch die Gleise verlegt werden.Der Aufbau des Bahndamms und des Flussbettslässt sich leicht mit PU-Schaumplatten aus demBaumarkt bewerkstelligen. Dieses Material kanneinfach mit einem scharfen Messer zurecht-geschnitten und mit Holzleim verklebt werden.Auch eine Japansäge leistet hierbei gute Dienste.Das Gleisbett entsteht aus einem StreifenBalsaholz. Hier ist darauf zu achten, dass dieHöhe mit der Brücke zusammenpasst und damitdie Gleise eben aufliegen.GGrrüünnzzeeuuggssuunnddWWaasssseerrssppiieellee


14 -FOTOMAGAZINDie Landschaftsschale entsteht ausHolzmaché, welches mit einem klei-nen Spachtel aufmodelliert wird.In das feuchte Flussbett kommen kleine Steine,Kies und Turf. Sie finden Halt in der noch feuch-ten Spachtelmasse (Mitte).Die Gleise werden mit doppelseitigem Klebe-band auf den Holzstreifen befestigt (unten).Der Gras-O-Mat läßt das Gras wachsen. Einähnliches Gerät vertreibt RTS-Greenkeeper.Das ergibt einen natürlicheren Untergrund. Auchder Sandstreifen auf der Dammkrone entstehtauf diese Weise.FahrwegeZunächst gilt es die Gleise zu patinieren. Eineerste Farbschicht aus schwarzbraun nimmt demGleis den verräterischen Glanz, der denKunststoff leicht als solchen erkennbar macht.Tamiya Farben eignen sich hier ganz gut.Zur Imitation von Holzschwellen erhalten dieseeine Dry-Brush-Behandlung mit einem hellenGraubraun. Die Profile sollen rostig aussehen,was sich mit einem Pinsel und rotbrauner Farbeleicht erreichen lässt. Zum Schluss sollten dieSchienenköpfe gereinigt werden. Um die Gleisenicht unnötig zu verkratzen, sollten für denBetriebsfall keine schleifenden Materialien ver-wendet werden. Die allerorts angebotenenReinigungsgummis sind ein Grenzfall, sie ent-halten oft Metallstaub. Wer auf Nummer sichergehen mag, verwendet ein Stück Stoff um einStück Holz, getränkt in Nitroverdünnung.Jetzt ist es an der Zeit die Brücke auf ihrenSockel zu heben. Ein wenig Sekundenkleberfixiert die Lager auf den Simsen solange dieGleise noch nicht trocken sind. Mit doppel-seitigem Klebeband werden die Gleise einfachauf den Holzstreifen befestigt. Alternativ sindauch Pattex oder andere Kontaktkleber gutgeeignet.Grundieren der Landschaft mitbrauner Abtönfarbe.


FOTOMAGAZIN- 15Der Schotter kommt vom Wilden Kaiser undwird mit dünnflüssigem Schotterkleber fixiert.Zwischen die Grasbüschel aus eigenerProduktion werden N-Filigranbüsche vonSilhouette gepflanzt (Mitte).In einem Kunststoffbecher wird das Harzgemischt und mit der Waage grammgenau ab-gewogen (unten).Fasern marsch!Basis der Begrünung sind 2 mm lange Fasern vonSilhouette in den Farben Frühherbst und Spät-herbst. Mit dem einfach zu handhabendenGras-O-MatvonXTEQ-Tools(nichtmehrerhältlich. RTS Greenkeeper hat ein ver-gleichbares Gerät) werden die Fasern elektro-statisch aufgebracht. Als Leim eignet sich derGraskleber von Noch sehr gut. Aber auchgewöhnlicher Holzleim â€“ mit wenig Wasserstreichfähig eingestellt â€“ kann problemlos ver-wendet werden, solange man sich an dem meistetwas höheren Glanzgrad nicht stört.Zur Detailgestaltung des Bahndamms müssendie schon bekannten Grasbüschel aus eigenerProduktion (4,5  mm lange Grasfasern vonSilhouette) herhalten. Mit ein wenig Weißleimeinzeln oder in Gruppen gepflanzt, ergibt daseinen schönen Wildwuchs am Bahndamm. Dazupassen natürlich hervorragend die N-Filigran-büsche von Silhouette. Auch diese werden kurzin Weißleim getunkt und eingesetzt.Das Epoxydharz-Wasser kommt von HEKI undhört auf den Namen HEKIAqua. In einemKunststoffbecher wird das Harz nach Anleitunggemischt. Das Flussbett muss absolut dicht sein,deswegen der Abschluss mit zwei Sperr-holzresten. Die Dichtung besteht aus Styrodur,das mit einer Schicht breitem Tesafilm vomEpoxy getrennt ist und sich so einfach wiederlösen lässt.An einer Stelle lässt man das Harz langsam indas Bett fließen. Dabei läuft das Harz meist vonselbst zwischen die Steine. Darum ist es ratsam,vorab mit einer Wasserwaage zu Ã¼berprüfen, obder Fluss eben liegt. Kleine Ã„ste kann man direktin das Harz legen. Leider klettert das Harz hieretwas hoch. Büsche und Grasbüschel direkt amFlussrand sollten daher erst nach dem Aus-härten angebracht werden. Sonst zieht das Harzdurch die Kapillarwirkung in die Grünflächen.Mit den "Water Effects" von Vallejo erhält derFluss noch Struktur. Das Acryl-Gel wird einfachmit dem Spachtel auf das glatt ausgehärteteHarz modelliert. Nach dem Trocknen wird dasGel glasklar. Beim Wellenspachteln ist eshilfreich, wenn man sich vorab schon Fluss-richtung und Strömung Ã¼berlegt, damit der Flussauch eine Richtung bekommt.Für die Geländer bohrt man mit einem 0,5  mmstarken Bohrer passende Löcher. Hilfreich isthier ein sogenanntes Stiftenklöbchen, in dasman kleine Bohrer einspannen kann. Hart-metallbohrer mit 3  mm-Schaft kann man aberauch gut direkt verwenden. Es genügt leichterDruck und etwa 1 mm Tiefe. Nach dem Lackierenwerden die Geländerteile eingesteckt und mitetwas Sekundenkleber fixiert.


16 -FOTOMAGAZINDie Graugänse sind ehemalige Schwäne aus demSortiment von Marks Metallmodellclassics. Mitein wenig grau-brauner Tamiya-Farbe aus demAirbrush und einem kleinen Klecks Farbe aufden Schnabel wird aus einem weißen Schwaneine graue Gans. Die Füßchen wurden kurzer-hand abgezwickt und ein wenig Kleber hält dieTierchen auf dem Wasser. Natürlich dürfen auchein paar Eingeborene nicht fehlen. In diesem Fallzwei Fischer, die im ausgehenden Abendlichtnach Modellfischen angeln.Passende Bohrungen für die filigranen Geländersind mit einem Stiftenklöbchen und einem0,5 mm-Bohrer schnell gefertigt.Läßt man das Harz langsam an einerStelle in das Bett fließen, läuft esvon selbst zwischen die Steine.Kleine Ã„ste kann man direktin das Harz legen.Mit den â€œWater Effects” erhält der FlussStruktur. Das Gel wird mit einer kleinenSpachtel aufgetragen.


FOTOMAGAZIN- 17Ein Stück Sperrholz dient als Unterlage für dieLandschaftsentwicklung. Nach dem Zurecht-schneiden und Verschleifen folgt eine Behand-lung mit erdbrauner Abtönfarbe undverschiedenen Streumaterialien.Ein Bahnübergang ist auf jeder Anlage, oftmehrfach, zu finden und kann in unter-schiedlicherPräzisionundDetailtreuerealisiert werden. Unser Diorama erhält eineSchranke aus einem Neusilberbausatz ein-gebettet in ein wenig Landschaft.Zunächst dient ein Stück Sperrholz als Unterlagefür den Landschaftsbau. Obwohl in der Größesehr Ã¼berschaubar, sollte auch auf einemDiorama die Höhenentwicklung nicht vernach-lässigt werden. Später wird es in einer Vitrineeinen schönen Platz finden. Dünne Platten ausDämmmaterial aus dem Malerzubehör lassensich einfach mit UHU-Por aufkleben. Nach demZurechtschneiden und Verschleifen sorgt eineBehandlung mit erdbrauner Abtönfarbe dafür,dass später nichts von dem weißen Materialdurchschimmert.Für die nachfolgende Gestaltung wird imStraßenbereich feiner Basaltstaub von Asoadünn in eine Schicht Graskleber von Nocheingestreut. Wo später Gras und Gebüschwachsen soll, kommt selbst gesiebter und zuvorsterilisierter echter Humus zum Einsatz. DieSterilisation erfolgt im Backofen oder derMikrowelle, um unerwünschte Moosbildung oderUngezieferbefall zu vermeiden. Ein Stück Gleiswird ebenfalls mit UHU-Por aufgeklebt. In die-sem Fall wurde es bereits vor dem Einbaueingefärbt und gealtert.Aus zwei kleinen Stücken Code-40-Gleisprofilund etwas Pertinax entsteht die für Neben-bahnenältererEpochentypischeFüllungzwischen den Profilen. Für das Diorama kann aufdie isolierende Trennung verzichtet werden, sieFFiilliiggrraanneeSScchhrraannkkee


18 -FOTOMAGAZINCode 40 Gleisprofil und etwasPertinax bilden die Basis fürden Ãœberweg.18Ein eingepasstes Stück Pappewird zunächst grau gestrichen,die Profile braun.Die Blechkanäle aus demWeinert-Programm lassen sichmit UHU-Por verkleben.Etwas braunorange Farbe imi-tiert die Patina an den nur teilsverzinkten Teilen.Borstenpinsel helfen dabei,den Schotter in die vorbildlicheForm zu bringen.Nach dem Anfeuchten mit demZerstäuber tropft die Pipetteden Kleber auf den Schotter.ist ansonsten mit einer Trennscheibe schnellhergestellt. Zwischen die Profile wird im Bereichdes Bahnübergangs ein Stück Pappe eingepasstund grau gestrichen. Die Profile selbst erhalteneinen rostigen Anstrich aus verschiedenenBrauntönen.Die Straße sowie der Platz für ein Bahn-wärterhaus neben dem Bahnübergang erhaltenals Belag eine Schicht Basaltstaub. Mit etwasGraskleber entsteht eine pastöse Masse, die miteinem Spachtel glatt gezogen wird. So entstehtdie Anmutung von grobem Teer.Ebenfalls typisch für Bahnübergänge sindBlechkanäle, in denen die Stelldrähte unter derStraße und den Gleisen hindurch geführtwerden.DieBauteileausdemWeinert-Programm lassen sich einfach mit wenig UHU-Por verkleben. Etwas Acrylfarbe sorgt für eineangemessene Patina. Dabei sind die Kanälemeist verzinkt, aber auch gerne mal un-behandelt rostig oder lackiert anzutreffen. DieRollenkästen erscheinen häufig dunkel ver-rostet.Der Schotter von Koemo wird mit einemBorstenpinsel auf dem Gleis verteilt. Dabei giltes, die typische Form der Bettung mit denbeidseitigen Schüttkegeln und einer leichtenVertiefung in der Mitte zu erreichen. Die Körnungvon Schotter für Code-55-Gleise wirkt etwasstrukturierter und weniger sandartig als dermaßstäbliche Schotter. Die allzu groben Teilewurden jedoch zuvor mit einem sehr feinenTeesieb ausgesiebt, um ein gleichmäßigesSchotterbild zu erhalten. Der Koemo-Schotter-kleber enthält bereits Netzmittel und ist idealauf den Schotter abgestimmt. Um ein Auf-schwemmen des feinen Schotters zu verhindern,sollte dennoch das gesamte Bett mit Netzmittelin einem feinen Zerstäuber vorsichtig ein-genebelt und dann getränkt werden. KleineBläschen lassen sich selten ganz verhindern,eine Spachtel hilft dabei, diese wieder etwas zuglätten.Nun entsteht das Kernstück dieses Dioramas, dieSchrankefürdenÃœbergang.Miteinemwatenfreien Elektronik-Seitenschneider lassensich die Messingteile aus dem Rahmen trennen.Eine kleine Diamant-Feile aus dem Kosmetik-bedarf hilft dabei, die Grate zu entfernen.Zuerst wird der Bock gefaltet und verlötet. Dabeiunbedingt auf die Lage achten, das Materiallässt sich nur einmal knicken. Die Lage derBiegefalze ist in der Bauanleitung vermerkt,dennoch kommt man schnell durcheinander undsollte vor dem Falten Ã¶fter prüfen. Eine gute


FOTOMAGAZIN- 19Pinzette, eine Flachzange oder eine Biegehilfeleisten gute Hilfe beim Abkanten der Teile.Begonnen wird damit, die Innenseiten auf dieAussenseiten zu falzen. Dann beide Seiten U-förmig falten und zuletzt den kleinen Schutznach aussen knicken. Auch der Unterbau samtdem unteren Kasten für die Umlenkrollen wirdaus einem Teil gefaltet. Dabei die kleinenLaschen für die Verbindung mit dem Bock nichtvergessen. Jetzt können Bock und Untergestellmit etwas Lötzinn verbunden und fixiert werden.Für den Schrankenbaum wird zunächst derHalter gefaltet, auf den 1 mm-Messingrundstabgeschoben und dort verlötet. Etwas knifflig istdie Montage der Gewichte. Die Löcher sind sehrfein und müssen gegebenenfalls mit einemdünnen Bohrer (0,2 mm, von Rai-Ro) und einerspitzgeschliffenenStecknadelaufgeweitetwerden. Beide Teile werden abgekantet und mitdem dünnen Kupferdraht verbunden. Diesedann auf den Baum schieben und mit einerPinzette während des Lötens festhalten.Für die Befestigung der Spannseile sind dieÖsen nicht unbedingt nötig. An den Enden wirdder Draht um den Rundstab geschlungen unddort verlötet. Für die Version mit zweiSchrankenbäumen sind Stative enthalten. Andieser Stelle die Bauanleitung beachten! DieGitter sind sehr filigran, aber deswegen auchnicht beweglich. Dafür können sie einfach anden Baum gelötet werden. Zu diesem Zweckhaben die Gitter halbmondförmige Befesti-gungshilfen, die um 90° gebogen werden. Derfertige Schrankenbaum wird nun in den Bockeingefädelt. Diesen dazu mit einer Pinzettevorsichtig auseinanderdrücken. Eine Gedulds-übung ist das Einsetzen der Querverbindung inden Bock. Die Gefahr, dass dieses winzige Teil fürimmer im Bastelzimmer verschwindet, ist leidersehr hoch. Im Zweifel fällt die Entscheidungleicht, es einfach weg zu lassen.Als Nächstes wenden wir uns den Seilrollen zu.Sie sind aus einem Stück Draht und mehrerenTeilen zusammengesetzt. Das Lager auf deranderen Seite ist ebenfalls ein winziges Teil. Eineinfacher Trick ist, die Teile zunächst im Rahmenzu belassen und mit dem Draht aufzuspießen.Das minimiert das Verlustrisiko deutlich! BeimVerlöten ist darauf zu achten, mit sehr, sehrwenig Lötzinn zu arbeiten. Wird die verzinnteLötspitze an einem Schwamm gesäubert, reichtder verbliebene Rest fast schon aus, um das mitLötöl von N-Detail eingestrichene Bauteil zuverlöten. Hilfreich ist auch 0,5 mm starkesLötzinn oder Lötpaste.Mit einer Nagelfeile lassen sich die mit demSeitenschneider ausgelösten Bauteile ent-graten (Mitte).Nach dem Falten sorgt etwas Lot für Stabilität.Durch das Lötöl zieht das Lot in die Fugen(unten).Turf von Noch bildet die Grundlage für diespätere Begrünung mit Grasbüscheln.Weiter geht es mit dem Deckel auf der Glockedes Läutewerks. Er muss zunächst noch um-geformt werden. Dafür einen etwas angespitztenKörnerverwendenundaufdiemittigeMarkierung setzen. Der Kreis liegt dabei aufeinem Stück Hartholz. Ein kräftiger Schlag miteinem mittelschweren Hammer erzeugt danneinen flachen Kegel, der dem Original täuschendähnelt.Dieser Kegel wird dann auf den Halter gelötet.Beide Teile zusammen so an die Seite mit derSeilrolle löten, dass der ausladende Teil die


20 -FOTOMAGAZINDer Bock wird mit demUntergestell und sehr wenigLot verlötet.Knifflig ist die Montage derGewichte, da sie trotz desDrahtes gerne verrutschen.Der fertig montierte Baumwird in die Lager desSchrankenbocks eingesetzt.Kleine halbmondartigen Bügelhelfen dabei, das filigraneGitter zu verlöten.Ein Körner bringt mit einemkräftigen Schlag den Deckelder Glocke in Form.Für die Stütze der Schrankewerden die gebogenen Teile anden Messingstab gelötet.Etwas Lot verbindet das Gestänge der Glockesicher mit dem Deckel. Beides wird dann an dieRollen angesetzt.Rolle berührt. Beim Vorbild werden damit dieGlockenschläge ausgelöst, da die Rolle ent-sprechende Noppen aufweist.FürdieStützederSchrankeaufdergegenüberliegenden Seite der Straße werdendie kleinen Bügel aus dem Rahmen gelöst undmit etwas Lötzinn an ein Stück Messingstabfixiert. Der Einfachheit halber lässt man denDraht lang genug und trennt ihn später in zweiTeile.Die nun fertig montierte Schranke erhält in dennächsten Schritten ihre typische Farbgebung inWarnfarbe. Vor dem Lackieren ist ein Bad inFeuerzeugbenzin angeraten, um Fett und Lötöl-Rückstände zu entfernen. Ein weicher Pinsel hilftdabei, das Benzin auf dem Metall zu verteilenund mechanisch den Lösevorgang zu unter-stützen.Eine erste Grundierung mit Tamia Surface Primersorgt für eine gute Haftung der nachfolgendenFarbschichten. Im nächsten Schritt erhält derBock sein typisches Flaschengrün. Mit Airbrusherhält man einen gleichmäßigen Farbauftrag. DieGitter erhalten eine dünne Schicht aus Alu-minium. Dann wird der Baum mit weißer Farbeangemalt. Mit ruhiger Hand und einem gutenPinsel gelingt dies recht schnell.Etwas schwieriger ist da schon das Anbringender roten Warnfarbe. Ein dünner Pinsel leistetdabei gute Hilfe, um die feinen Linien exakt zuplatzieren. Die Gewichte und der Unterbauerhalten einen Anstrich in schwarzer Farbe. Zuguter Letzt sorgt etwas â€žNuln Oil“ von Citadel fürein wenig Patina, insbesondere im Bereich desHalters.Die Schranke ist nun soweit fertig gestellt,wenden wir uns jetzt der Landschaft selbst zu.Sie besteht hier aus den Grünstreifen entlangder Straße. Eine erste Schicht Begrünungentsteht aus Noch Turf in verschieden Grün-tönen. Diese Schicht stellt sozusagen Unkrautund Moose dar.


21 -FOTOMAGAZINFür das Gras werden kleine Klebepunkte auf denvorbereiteten Grund gesetzt. Dann sorgt einElektrostat dafür, dass kurze Grasfasern inBüscheln wachsen. 0,5 â€“ 1 mm-Fasern bilden dieersten Schichten, dann folgen 2 mm und zuletztnoch 4,5 mm für lange, ungemähte Unkraut-wiesen. Je kürzer die Fasern, desto mehrDurchgänge sind möglich. Weiterhin ist auf dieVeränderung der Farbzusammenstellung zuachten.Nun fehlt noch der Hauptdarsteller desDioramas: Die Schranke! In das Styrodur werdenVertiefungen für die Untergestelle geschnittenund dann mit einem dunklen Grau ausgemalt.Für die Befestigung der Schranke eignet sichwieder etwas UHU-Por. Ein wenig Schotter fülltdie Lücken, etwas Schotterkleber sorgt fürdauerhaften Halt. Damit wird auch die Schrankefest im Untergrund verankert. Das Bahn-wärterhaus und einige kleine Büsche aus demSortiment von Silhouette runden die Szene ab.Nach einem Bad in Feuerzeugbenzin und derGrundierung erhält die Schranke ihre typischenWarnfarben in Rot und Weiß.Ein paarSchotterkörnerverschließen dieLücken im Gleisbettnach dem Einsetzenund Verkleben derSchranke imUntergrund.


22 -FOTOMAGAZINRöhrchen aufgeschoben. Von dem Draht solltenoch ein kleines Stück mit ca. 0,5  mm Längehervorstehen. Benetzt mit etwas Lötöl wird allesmit sehr wenig Lötzinn verlötet. Damit derSchirm nicht leidet, muss das schnell geschehen.Alternativ kann man auch etwas Sekundenkleberverwenden.Nun muss die Leuchte noch eingefärbt werden.Dafür eigenen sich Acryl-Farben, beispielsweisevon Vallejo. Der Grundkörper der Leuchte wird ineiner Mischung aus Alumimium und Hellgraugefärbt. Rostspuren entstehen mit feinem Pinselund braun-orangener Farbe. Um die Leuchten ander Wand befestigen zu können, wird das andereEnde rechtwinklig abgebogen, durch eine ent-sprechende Bohrung in der Gebäudewandgesteckt und dort verklebt.Eine schnelle Bastelei für zwischendurch:DirkJürgensenbautsichLeuchten-AttrappenfürseinSchotterwerkauseinfachen Materialien selbst.Die Zutaten finden sich im gut sortiertenBastlerbedarf. Ein Kupferdraht mit 1  mm², eineAderendhülse und ein Messingrohr mit 0,7  mmDurchmesser. Die Proxxon-Bohrmaschine mitaufgespannter Trennscheibe hilft dabei, vondem Messingrohr ein ca. 2  mm langes Stückabzulängen. Von der Aderendhülse wird derkonische Teil herausgetrennt, welcher späterden Lampenschirm bildet. Ein Stück vomKupferdraht wird abgeschnitten und am Endeetwas rund gefeilt.Der Kupferdraht wird zunächst am runden Endewie ein Haken umgebogen und Schirm sowieLLeeuucchhtteennddeessSScchhootttteerrwweerrkk


FOTOMAGAZIN- 23Die Zutaten: Draht, Ader-endhülse und Messingrohrfinden sich in der Restekiste.Ein Stück Rohr und den Mittel-teil der Hülse mit der Trenn-scheibe ablängen.Das abgerundete Ende desDrahtes wird gebogen und dieTeile aufgeschoben.Nach dem Verlöten wird deruntere Teil des Drahtes recht-winklig abgebogen.Etwas Farbe ver-leiht der Leuchteein realistischesAussehen. Rundum das Gebäudeangebracht,unterstützen dieLampen denindustriellenCharakter derBetriebsstelle.Das Gebäude entstand ausPappe und eingefärbtenMauerplatten von Auhagen.Verputzt wurde das ganzemit Moltofill aus der Tube.Fotos: Dirk Jürgensen