03/2021SEIT 19465,– Euro P.b.b. Abs.: Gesellschaft zur Herausgabe der Zeitschrift ZUKUNFT,  Kaiserebersdorferstrasse 305/3, 1110 Wien, MZ 14Z040222 M, Nr. 03/2021Cultural HackingPetra MissomeliusDie Geister, die wir riefenZarah WeissRadikalisierung im NetzEmil GoldbergNiemals vergessen!Simon WeingartnerPOLARISIERUNG(EN)


 EDITORIALDer Sturm auf das Kapitol am 06. Januar 2021 brachte sym-bolisch auf den Punkt, dass die amerikanische Politik der Gegenwart und mit ihr die westlichen Gesellschaften ins-gesamt von extremen Polarisierungen gekennzeichnet sind, welche die Demokratie deutlich in Gefahr bringen. Gera-de angesichts der Corona-Pandemie steht damit auch klar vor Augen, dass die politischen Systeme ihrerseits von den derzeit zu einem großen Teil stillgestellten Polaritäten der Märkte existenziell abhängig sind. Denn nach einer alten Er-kenntnis der Arbeiter*innenbewegung sind es die Pole von Kapital und Arbeit, die den ideologischen Überbau (mit)be-stimmen. Diese Bipolarität wirft eine Reihe von Fragen auf, weshalb sich die Redaktion der ZUKUNFT entschlossen hat, angesichts ökonomischer, politischer und auch psychologi-scher Polarisierung(en) ein eigenes Themenheft zu gestalten.Den Reigen eröffnet dabei Emil Goldberg, der angesichts des Sturms auf das Kapitol die Strategien des Deplatforming von Donald Trump eingehend analysiert. Dabei hebt der Au-tor hervor, wie schnell sich die Spirale von Fake News bis hin zur totalen Eskalation drehen kann, um eine nicht überbrück-bare Polarisierung des politischen Feldes zu bewirken. Dabei geht es auch um die Rolle von Online-Giganten wie Twitter, Facebook  und  Alphabet, die an der Grenze der Meinungsfrei-heit und durchaus im ökonomischen Eigeninteresse Herr-schaftstechnologien einsetzen können, um den Zugang zur Öffentlichkeit zu besetzen. Damit liefert der Autor angesichts unseres Themas einen Denkanstoß über die Rolle der Sozia-len Medien und der Filterblasen im polarisierten politischen Diskurs und erhebt damit auch im Rekurs auf Ingrid Brodnig Einspruch! gegen Verschwörungsmythen und Fake News.Angesichts der damit verbundenen Informations- und Kom-munikationstechnologien (IKT) arbeitet Petra Missomelius heraus, wie in einer digitalisierten Welt die Praktiken des Cultural Hackings eine Möglichkeit bieten, die Datenhoheit eben nicht der California Ideology zu überlassen. Sie führt da-bei in die Grundlagen des (legalen) Hackings ein und grenzt es deutlich vom (illegalen) Cracking ab. Damit zeigt Misso-melius, wie in einer polarisierten Gegenwart verschiedene Formen des Medienaktivismus dabei helfen können, dort Widerstand zu leisten, wo die Grundlagen der Demokratie analog und digital in Frage gestellt oder gar zerstört werden. So steht insgesamt vor Augen, dass eine soziale und demokra-tische Gesellschaft Kritik und Dissenz durch bildungsinstituti-onelle und -politische Unterstützung ermöglichen muss.Mit Blick auf Sphären des Internationalen untersucht in der Folge  Constantin Weinstabl, inwieweit es noch möglich ist, innen- und außenpolitische Polaritäten voneinander zu trennen. Mit seiner Analyse wird schnell klar, dass die Gren-zen zwischen innen- und außenpolitischer Wirkung zuneh-mend verschwimmen und sich Handlungsradien nationaler Machthaber*innen gleichzeitig verengen und weiten, da sie vermehrt Einfluss auf externe Entitäten nehmen können, aber dies auch vice versa ihre eigene innenpolitische Geltung einschränkt. Diese Polarisierung(en) und Dynamiken stellen einerseits Gefahren für das eigene politische Programm dar, bieten aber andererseits auch das Potenzial, internationale Entwicklungen im eigenen Sinne beeinflussen zu können. Deshalb plädiert Weinstabl dafür, den Bereich der Außenpo-litik buchstäblich zu verinnerlichen, um sie deutlich mit Innen-politik zu verbinden.Polarisierung(en)ALESSANDRO BARBERI UND THOMAS BALLHAUSEN


 ZUKUNFT | 3  Im Blick auf die gegenwärtigen Krisen hebt dann Dawid-Ryszard Wysocki hervor, wie durch die jahrzehntelang unhinterfragte Politik des Neoliberalismus gerade angesichts der Corona-Pandemie und der mit ihr verbundenen Wirt-schaftskrise erneut soziale Devastierungen in gravierendem Ausmaß zu verzeichnen sind. Dabei wird auch angesichts der Digitalisierung zwischen Home Office und Demontage auf Probleme des Arbeitsrechts verwiesen. Angesichts der pola-risierenden Tendenz der Märkte zur Monopolisierung erin-nert der Autor deshalb an die Regulationsforderungen von Kreisky und Keynes, verteidigt die Standards des Sozial- und Wohlfahrtsstaates und fordert ein soziales und demokratische Umdenken, mit dem wir gemeinsam die(se) Krise(n) über-winden könnten.Darüber hinaus freut es die Redaktion der ZUKUNFT außer-ordentlich, dass Simon Weingartner sich bereit erklärt hat, seine Gedenkrede zum 12. Februar 1934 hier im Volltext ab-zudrucken. Denn auch Weingartner betont in Erinnerung an Karl Münichreiter, dass der gegenwärtige Kapitalismus uns, angetrieben von Jahrzehnten des neoliberalen Exzesses, sei-ne hässlichste und totalitärste Fratze zeigt. Er zeigt in diesem Zusammenhang nachdrücklich, dass Antifaschist*innen seit langer Zeit klar ist, dass Menschenrechte und Demokratie für Kapitalist*innen immer nur dann wünschens- und verteidi-genswert sind, wenn sie den Kapitalinteressen entsprechen. Es ist mithin die kapitalistische Produktionsweise selbst, die für die dramatischen Polarisierungen unserer Gegenwart verant-wortlich gemacht werden kann. Niemals vergessen!Mit  Die Geister, die wir riefen legt die Autorin Zarah Weiss eine gleichermaßen sensible wie realistisch-direkte Reflexi-on über die neu zu denkenden Verhältnisse zwischen Mensch, Tier und Maschine vor. In ihrer neuesten Erzählung wird aber nicht nur auf die offensichtliche Polarität von Geist und technischem Kalkül eingegangen, vielmehr befragt ihre „Familiengeschichte“ vermeintlich natürliche Traditionen, Strukturen und Abhängigkeitsverhältnisse. Die notwendige Aufarbeitung der Vergangenheit wird also angesichts gegen-wärtiger Polarisierung(en) zur Unvermeidlichkeit und gerät im besten literaturgeschichtlichen Sinne zur Auseinanderset-zung mit Identität, Gesellschaft und Kommunikation.Der Medienpädagoge Christian Swertz analysiert im An-schluss daran mit seinem Beitrag, wie sich angesichts der Polarisierung(en) unserer Gesellschaften der Zusammenhang von Medien(konzentration) und Öffentlichkeit verhält. Dabei geht es vor allem darum, die Möglichkeiten der Konfliktver-handlungskompetenz auszuloten, um auch im Blick auf die Pole unseres Planeten (politische und ökonomische) Rotatio-nen und Bewegungen zu thematisieren, die das Verhältnis von Profit, Wissen und Freiheit (mit)bestimmen. Dabei plädiert Swertz nachdrücklich für eine soziale und demokratische Me-diologie, in der nicht Macht, Krieg und Streit im Mittelpunkt stehen, sondern Überzeugung, Friede sowie soziale und de-mokratische Kommunikation. Damit ist summa summarum klar: Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun!In diesem Sinne stellt auch die Erzählung Scherben, Zeichen, Gespenster  des Wiener Schriftstellers Thomas Ballhausen zum Ende dieser Ausgabe hin Spannungsverhältnisse zwi-schen Individuum und Gesellschaft in den Mittelpunkt: Sein namenloser Erzähler ist ein Getriebener, ein streckenweise zwielichtig und unglaubwürdig scheinender Protagonist, der Posen einnimmt, sich vorsätzlich unzugänglich macht oder in Opposition zu polaren Erwartungshaltungen setzt. Ballhau-sens Text nimmt dabei aber nicht nur Elemente der Pop-Li-teratur auf, sondern setzt auch auf weit düsterere Töne aus dem Genrebereich des Phantastischen. Die zweiteilige Struk-tur seiner Erzählung kreist nicht zuletzt deshalb um einen wie beiläufig gesetzten Katastrophenmoment, der es erlaubt, Heimsuchung, Erinnerung und Gespenstergeschichte kunst-voll zu überblenden.Einen herzlichen Dank wollen wir im Rahmen dieser Aus-gabe Reinhard Sieder aussprechen, der von Tricolor bis Out-burst nicht nur das Cover der ZUKUNFT bereichert, sondern sie mit einer Bildstrecke versehen hat, die er in seinem abschlie-


ßenden Beitrag Die Abstraktion vom Konkreten auch eingehend erläutert. Es freut uns sehr, schon jetzt darauf verweisen zu können, dass diese Serie in unserer Ausgabe 04/2021 (The-ma: Bildung – Eliten – Selektion) verlängert werden wird, um visuell und intellektuell mehrere Korrespondenzen zu ermöglichen.Auch möchten wir auf unser aktualisiertes Impressum verwei-sen, weil von nun an Julia Brandstätter, Bianca Burger, Hem-ma Prainsack, Katharina Ranz und Constantin Weinstabl die Redaktion erweitern. Darüber hinaus will die Redaktion un-sere Leser*innen auf den Relaunch unserer Homepage unter www.diezukunft.at hinweisen, wo auch nähere Informatio-nen zu den Redaktionsmitgliedern abrufbar sind. Darüber hinaus wird es ab April 2021 am letzten Dienstag des Monats eine Online-Diskussion zum jeweiligen Schwerpunktthema geben, die wir last but not least am Ende dieser Ausgabe auf Seite 42 ankündigen …Die Redaktion hofft, Ihnen mit dieser Ausgabe wieder schö-ne Stunden der Lektüre und des Kunstgenusses zu ermögli-chen und sendet Ihnen herzliche und freundschaftliche Grüße!ALESSANDRO BARBERIist Bildungswissenschaftler, Medienpädagoge und Privatdozent. Er lebt und arbeitet in Wien und Magdeburg. Politisch ist er in der SPÖ Landstraße aktiv. Weitere Infos und Texte  online unter: https://lpm.medienbildung.ovgu.de/team/barberi/THOMAS BALLHAUSENlebt als Autor, Kulturwissenschaftler und Archivar in Wien und Salz-burg. Er ist international als Herausgeber, Vortragender und Kurator tätig.


Inhalt6     Radikalisierung im Netz  VON EMIL GOLDBERG10    Widerständige Praktiken – Cultural Hacking und   politischer Protest  VON PETRA MISSOMELIUS14    Polaritäten im Äußeren   VON CONSTANTIN WEINSTABL18    Zeit zum Umdenken   VON DAWID-RYSZARD WYSOCKI22    Niemals vergessen!   VON SIMON WEINGARTNER26    Die Geister, die wir riefen   VON ZARAH WEISS30    Polarisierung, Medien und Konflikte   VON CHRISTIAN SWERTZ34    Scherben, Zeichen, Gespenster   VON THOMAS BALLHAUSEN40    Die Abstraktion vom Konkreten   VON REINHARD SIEDER42    Auf dem Weg in die ZUKUNFT!   VERANSTALTUNGSANKÜNDIGUNGREINHARD SIEDER, TRICOLOR (2017)ACRYL, GIPS, GESSO AUF LEINWAND120 X 80 CMIMPRESSUM Herausgeber: Gesellschaft zur Herausgabe der Zeitschrift »Zukunft«, 1110 Wien, Kaiserebersdorferstraße 305/3 Verlag und Anzeigenannahme: VA Verlag GmbH,  1110 Wien, Kaiserebersdorferstraße 305/3, Mail: office@vaverlag.at Chefredaktion: Alessandro Barberi Stellvertretende Chefredaktion: Thomas Ballhausen Redaktionsassistenz: Bianca Burger Redaktion: Julia Brandstätter, Hemma Prainsack, Katharina Ranz, Constantin Weinstabl Online-Redaktion: Bernd Herger Cover: Reinhard Sieder (2017) Tricolor  © Reinhard Sieder


 6 | ZUKUNFT Wie schnell sich die Spirale von Fake News bis hin zur totalen Eskalation drehen kann und welche durchaus fragwürdige Rolle Online-Giganten darin spielen, reflektiert EMIL GOLDBERG in seinem Denkanstoß über die Rolle der Sozialen Medien und der Filterblasen im (politischen) Diskurs. Dabei steht vor allem das jüngst realisierte Deplatforming von Do-nald Trump im Zentrum des Interesses.Radikalisierung im NetzRADIKALISIERUNG IM NETZ VON EMIL GOLDBERGI. DEPLATFORMINGDie letzten Tage der Präsidentschaft von Donald Trump waren überschattet vom Sturm auf das Kapitol am Nachmit-tag des 06. Jänner 2021. Social Media-Giganten und Techno-logiekonzerne wie Twitter, Facebook und Alphabet (Anm.: die Dachholding der Google-Marken wie Youtube und Co) reagierten mit einem in der Geschichte noch nie dagewesenen Schritt und sperrten Trumps Accounts – zunächst temporär, danach vielerorts auch dauerhaft. Damit wurden dem schei-denden Präsidenten einige seiner wohl wichtigsten Kommu-nikationskanäle genommen – allein auf dem Kurznachrich-tendienst Twitter hatten etwa 88 Millionen User*innen seinen Kanal @realdonaldtrump abonniert.Dieses sogenannte „Deplatforming“ von Trump stellt eine medienpolitische Zäsur dar – noch nie wurde ein der-art reichweitenstarker Account – und schon gar nicht der ei-nes amtierenden US-Präsidenten – von Social Media-Platt-formen verbannt. Grund genug, einen kritischen Blick auf diesen sich zunehmend radikalisierenden Mikrokosmos im Netz und die damit verbundene(n) Polarisierung(en) und d. i. hier Radikalisierung(en) zu werfen.II.  VON GATEKEEPERN UND GRASWURZELJOURNALISMUSIm klassischen Medienbetrieb, egal ob im Rundfunk- oder Printjournalismus, durchlaufen die eintreffenden Nach-richtenmeldungen die Redaktionen, werden dort geprüft, in-haltlich eingeordnet, kommentiert und/oder Faktenchecks unterzogen. Den Journalist*innen kommt also die Rolle des sogenannten Gatekeepers, also eines sprichwörtlichen Tor-wächters, zu. Sie entscheiden, was in der gedruckten Zeitung steht oder über den Äther flimmert. Jedes Medienprodukt ist das Ergebnis einer ganzen Serie von Selektionsprozessen, fass-te es der Schriftsteller Walter Lippmann bereits 1922 in dem Klassiker Public Opinion – Die öffentliche Meinung (Lipp-mann 2018) treffend zusammen. Ein Umstand, der seit jeher Stoff für mannigfaltige Diskussionen über Objektivität, Fär-bung oder Schlagseite(n) von Medien mit sich bringt.Eine Revolution stellte hier das Internet dar: Plötzlich konnte jede/r über alles berichten; der Graswurzeljourna-lismus war geboren. Zunächst vielleicht nur als Textbeitrag, doch dank der immer preisgünstiger werdenden Endgeräte und des rasant voranschreitenden technologischen Fortschritts ist es inzwischen für die breite Masse möglich, mittels hoch-aufgelöstem Bewegtbild und Live-Video direkt vom Ort des Geschehens zu berichten. Mit dem Smartphone und mobilem Breitbandinternet hat man heutzutage quasi seinen eigenen TV-Sender in der Tasche.Mündige Bürger*innen, die eine aktive Rolle im Recher-chieren, Aufbereiten und Verbreiten von Informationen ein-nehmen, klingt das nicht schön? Das Ziel dieser Partizipation sei „eine Bereitstellung von unabhängigen, verlässlichen, ge-nauen, ausführlichen und relevanten Informationen, die eine Demokratie benötigt“. Soweit jedenfalls die Wunschvorstel-lung, wie sie Shayne Bowman und Chris Willis optimistisch beschrieben (Bowman/Willis 2003).Die Kehrseite dieser Medaille sollte jedoch nicht uner-wähnt bleiben – mit denselben technischen Möglichkeiten kann natürlich auch jede noch so bizarre Falschmeldung oder 


Verschwörungstheorie an ein potenzielles Millionenpublikum verbreitet werden. Was uns wieder zu Donald Trump bringt. Das Internet und die Sozialen Medien im Speziellen umgehen also die Schranke der zuvor erwähnten Gatekeeper-Funktion – sie ermöglichen es nun allen Nutzer*innen, mit wenigen Mausklicks ihre persönliche Sicht der Dinge der Weltöffent-lichkeit zu präsentieren.III.  VON FILTERBLASEN UND FAKE NEWSZum Schlüssel in der viralen Verbreitung von Inhalten al-ler Art sind die sozialen Medien geworden. Von der Privat-person bis hin zu internationalen Superstars, ob als gemein-nütziger Verein oder multinationaler Konzern – Plattformen wie Facebook, Instagram, Twitter und viele andere sind aus der heutigen Medienwelt kaum mehr wegzudenken. Die Ac-counts werden, teils mit erheblichem personellen und finan-ziellen Aufwand, gepflegt, um Likes und Follower zu akqui-rieren – kurz gesagt: um Reichweite zu erhalten. Und es sind zumeist die reißerischen Überschriften und markigen Sprü-che, die den „Traffic“ auf die jeweiligen Kanäle bringen.Was in diesem Zusammenhang gerne übersehen wird, ist die Tatsache, dass all diese Plattformen gewinnorientiert ar-beiten. Die Währung heißt Aufmerksamkeit – und je länger die Nutzer*innen auf einer Seite verweilen, desto mehr Geld lässt sich mit der dort angezeigten (personalisierten) Wer-bung verdienen. Durch die Anwendung komplexer Algo-rithmen neigen die Plattformen dazu, den Benutzer*innen möglichst Informationen vorzuschlagen, die mit dem bis-herigen Nutzungsverhalten der User*innen übereinstim-men. Das Ganze ist ein Milliardengeschäft – deshalb ar-beiten Heerscharen von Programmierern mit Hochdruck daran, ebendiese Algorithmen dahingehend zu optimieren; die Quellcodes dahinter werden gehütet wie Staatsgeheim-nisse. Soll heißen: das in PR-Texten oft beschriebene „Nut-zungserlebnis“ für die User*innen dient allem voran dem Konzernergebnis.Es werden also tendenziell jene Informationen ausge-schlossen, die den bisherigen Ansichten der User*innen wi-dersprechen. So werden die Nutzer*innen schleichend, aber sehr effektiv in einer Art „Blase“ isoliert, wie der Kommuni-kationswissenschaftler Eli Pariser ausführlich in seinem Buch The Filter Bubble (Pariser 2012) beschreibt. Man kann nun einwerfen, dass es beim Kleidungseinkauf eine untergeordne-te Rolle spielt, ob verstärkt die Produkte von Firma A oder B angepriesen werden – gesellschaftspolitisch relevant wird es jedoch im politischen Bereich.Die durch Algorithmen geschaffene Filterblase bildet auch hier die Grundlage dafür, dass sich das Meinungsspektrum im Netz zunehmend polarisiert. Die User*innen finden sich in einer Art Echokammer wieder, in der anderslautende Mei-nungen nur mehr wenig bis gar keinen Raum bekommen. Insbesondere wenn der Nachrichtenkonsum vorwiegend auf den Social Media-Plattformen stattfindet, kann es so weit füh-ren, dass sich Menschen binnen kurzer Zeit radikalisieren. (vgl. den bezeichnenden Beitrag von Florian Klenk in FALTER 45/16: Boris wollte mich verbrennen).Wenn also ausgehend von reichweitenstarken Accounts, wie beispielsweise jene des US-Präsidenten, Meldungen von zweifelhaftem Wahrheitsgehalt an ihre Abertausenden von Follower*innen ausgesendet werden, verschiebt dort jedes „Like“ die individuellen Filterprofile der Anhänger*innen in diese Richtung. Mit jedem Klick ein Stückchen mehr. Wem die Geschichte von einer manipulierten Wahl „gefällt“, klickt vielleicht auch auf eine Meldung darüber, dass das Coronavi-rus wahlweise harmlos und/oder eine Erfindung von Bill Ga-tes ist. Und bei der Impfung bekommen wir dann sehr schnell alle einen 5G-Chip implantiert. Dass man in den alteingeses-senen Medien nichts davon liest, kann doch nur damit zusam-menhängen, dass die mit denen unter einer Decke stecken. Lügenpresse! Fake News!Man sieht: auf mittelfristige Sicht bilden sich dadurch re-gelrechte Parallelrealitäten heraus. Worin die Polarisierung gipfeln kann, hat Washington am 06. Jänner erlebt und es ist zu befürchten, dass das sprichwörtliche Ende der Fahnenstan-ge nicht erreicht ist. ZUKUNFT | 7 ELI PARISERTHE FILTER BUBBLELondon: Penguin304 Seiten | € 9,79ISBN: 978-0241954522 Erscheinungstermin: März 2012


 8 | ZUKUNFT RADIKALISIERUNG IM NETZ VON EMIL GOLDBERGIV. CONCLUSIOWer glaubt, dass dies ein amerikanisches Phänomen sei, irrt leider. Das (fälschlicherweise) Karl Kraus zugeschriebene Zitat „Wenn die Welt untergeht, dann gehe ich nach Wien. Dort passiert alles zehn Jahre später“ gilt in diesem Zusam-menhang schon lange nicht mehr. Auch hierzulande pral-len die Meinungen mit zunehmender Aggressivität aufeinan-der – sowohl virtuell als auch auf der Straße, wie uns nicht zuletzt auch die Ausschreitungen am Rande der Demonst-rationen der selbsternannten „Corona-Skeptiker*innen“ zei-gen. Es ist die Aufgabe einer aufgeklärten Zivilgesellschaft, in diesem extrem polarisierten Schlachtfeld der Meinungen klar Stellung zu beziehen und den „Fake News“ mit Fakten entgegenzutreten. EMIL GOLDBERG ist Pressesprecher beim Fonds Soziales Wien. Davor war er viele Jahre in der Presseabteilung der Bundes-SPÖ tätig und zwischenzeitlich auch für die Öffentlichkeitsarbeit des ÖBB-Konzernbetriebsrats verantwortlich. Auf Twitter: @emil_goldbergLiteraturBowman, Shayne/Willis, Chris (2003): We Media. How audiences are sha-ping the future of news and information, commissioned by The Media Center at The American Press Institute, online unter: https://tinyurl.com/tlmpbqqt (letzter Zugriff: 17.02.2021).Klenk, Florian (2016): Boris wollte mich verbrennen, FALTER 45/16: on-line unter: https://tinyurl.com/3d7rglun (letzter Zugriff: 17.02.2021).Lippmann, Walter (2018): Die öffentliche Meinung: Wie sie entsteht und manipuliert wird, Frankfurt am Main: Westend.Pariser, Eli (2012): Filter Bubble: Wie wir im Internet entmündigt werden, München: Hanser.INGRID BRODNIGEINSPRUCH. VERSCHWÖRUNGS-MYTHEN UND FAKE NEWS KONTERN –IN DER FAMULIE, IM FREUNDES-KREIS UND ONLINEWien: Brandstätter160 Seiten | € 20ISBN: 978-3-7106-0520-8 Erscheinungstermin: Jänner 1921


 ZUKUNFT | 9 Landschaft (2018)Gouache, Kohle, Gesso auf Leinwand100 x 50 cmREINHARD SIEDER


 22 | ZUKUNFT NIEMALS VERGESSEN! VON SIMON WEINGARTNERLIEBE GENOSS*INNEN, LIEBE ANTIFASCHIST*INNEN,wie jedes Jahr stehen wir auch heuer am Denkmal von Karl Münichreiter, einem Mahnmal gegen Faschismus und Reaktion. Wie wir versammeln sich viele jedes Jahr zum Ge-denken in ihren Bezirken und Orten, um ihren Gefallenen und dem Tod der Demokratie in Österreich zu gedenken. Wie jedes Jahr denke ich mir auch heuer erneut: Es ist wich-tiger denn je, dass wir hier sind und uns unserer Geschichte bewusst sind.Die politische Situation in Österreich und weltweit ver-schärft sich immer weiter und während die extreme Rechte sich immer besser organisiert, verschiebt sich der gesellschaft-liche Konsens zusehends nach rechts. Der Kapitalismus zeigt uns wieder, angetrieben von Jahrzehnten des neoliberalen Ex-zesses, seine hässlichste Fratze.Was haben wir uns blenden lassen, als nach Ende des 2. Weltkriegs, nach dem Sieg über den Faschismus der Kapi-talismus sich human gegeben hat, ja Wohlfahrtsstaaten und Reichtum für alle versprochen hat. Plötzlich, also durch die konkrete Bedrohung des kapitalistischen Systems durch den sowjetischen Kommunismus, konnten sich die kapitalisti-schen Staaten auf ehrenwerte Kodizes, auf Menschenrechte und Flüchtlingskonventionen einigen. Und wie wichtig wa-ren diese Erfolge, in Anbetracht der globalen Katastrophe die von 1914 an für über 30 Jahre durchgehend die Welt mit einer unvorstellbar scheinenden Zerstörungswut heimsuchte, die in der Entwicklung einer Waffe gipfelte, die das Potenzial hat-te, die gesamte Menschheit auszulöschen. So weit musste es kommen, bis zumindest am Papier alle Menschen das Recht auf ein würdevolles Leben und auf Schutz hatten.Unter diesen Eindrücken, nach den Verbrechen des Fa-schismus, als Lehre aus der Shoah wurde die Genfer Flücht-lingskonvention geschaffen, die ein „Nie Wieder!“ tatsäch-lich garantieren sollte. Und so stehen wir heute versammelt, gedenken den ersten Kämpfer*innen gegen den Faschismus und fragen uns: Haben wir diese Lektion vergessen? Haben wir nichts gelernt? Nein, wir, die hier versammelt sind, haben nicht vergessen. Doch wenn wir den Blick über diesen Kreis hinaus richten, auf die Gesellschaft in Österreich, in Europa, in der ganzen sogenannten zivilisierten westlichen Welt, dann müssen wir feststellen: Die Gesellschaft hat vergessen. Wieder fliehen Menschen vor Verfolgung, Krieg und Hunger. Und wieder werden sie abgewiesen, zurückgeschickt, gefoltert und getötet. Nicht mehr länger im geheimen, sondern vor unser aller Augen und offensichtlich, denn wir haben uns schon an die schrecklichen Bilder gewöhnt. Die Grausamkeit, vor allem der Europäischen Union, die sich immer die Verteidigung der Menschenwürde und der Humanität auf die Fahne geschrie-ben hat, erschreckt und doch überrascht sie nicht. Der Kapitalismus ist in Bedrängnis, die enorme Ungleich-heit, die Krisen, die nicht mehr überwunden, sondern nur noch von anderen, noch größeren Krisen abgelöst werden, machen ihm zu schaffen und doch sind sie ein dem Kapi-talismus immanenter Teil. Und so wendet er sich denjeni-gen zu, die wie es die Schmetterlinge in ihrer Proletenpassi-on so wunderbar ausdrücken, im Wartesaal des Kapitals sitzen und warten, auf das nächste Mal. Die extreme Rechte erstarkt nicht nur, sie erscheint nicht nur immer größer und lauter. Sie ist auch besser organisiert, sie ist bis in die höchsten Ebe-nen des Staates eingedrungen und weiß, dass sie von diesem Staat nichts zu befürchten hat. Und sie ist inzwischen auch Niemals vergessen!Anlässlich des Februargedenkens 2021 hat SIMON WEINGARTNER am Hietzinger Denkmal für Karl Münichreiter eine klare, sehr berührende Rede gehalten und der Redaktion der ZUKUNFT freundlicherweise gestattet, sie hier ungekürzt abzudrucken …


 ZUKUNFT | 23 so selbstbewusst, um das offen zu zeigen. Egal ob in den USA oder Österreich, die Faschist*innen wissen, dass sie immer und überall aufmarschieren können und nichts zu befürchten haben von einer Polizei, die sie schützt und verteidigt, und so-wieso viel zu sehr damit beschäftigt ist, diskriminierte Grup-pen zu verfolgen, Linke zu verprügeln und Kinder und Ju-gendliche zu inhaftieren.Und die extreme Rechte ist bewaffnet. Nicht nur in den Vereinigten Staaten, auch in Deutschland und Österreich ist bekannt, dass Waffen der Polizei und des Militärs von bekann-ten Rechtsextremen entwendet wurden und werden, das ein-schlägig Verurteilte erneut riesige Waffenarsenale aufbauen können und doch, das sind nur die bekannten Fälle.Doch die Bürgerlichen, die Konservativen sie stellen sich nicht, wie bei jeder Forderung von links, als Vertreter*innen der Mitte dar. Nein, sie spielen im Kampf um Wählerstimmen das Spiel der Rechtsextremen mit, übernehmen ihre Forde-rungen und setzen sie in einer Konsequenz um, wie es nur ih-nen gelingen kann. Sie decken die extreme Rechte gegen lin-ke Kritik und verteidigen sie als „Besorgte Bürger“. Und sie schließen sich mit ihnen zusammen, sobald sie in ihrer Para-noia und ihrer unstillbaren Gier nur die leiseste Angst verspü-ren, von ihrer Macht getrennt zu werden. Kurz: Sie holen die Faschist*innen aus ihrem Wartesaal und bitten sie zum Tanz.Für uns Antifaschist*innen war immer klar, dass Men-schenrechte und Demokratie für Kapitalist*innen immer nur dann wünschens- und verteidigenswert sind, solange sie ih-nen opportun sind. Es war uns klar, dass „Nein zum Faschis-mus“ auch ein „Nein zum Kapitalismus“ implizieren muss, denn sonst ist es eine leere Phrase. Und die Zeit der Phrasen ist vorbei.„Schluss mit Phrasen, vorwärts zu Taten“. Dieser Spruch der Revolutionären Sozialist*innen sollte auch zu dem uns-rigen werden. Denn es reicht nicht mehr, vor den Anfängen zu warnen. Wir müssen uns gegen sie wehren, denn sie sind längst da. Und wir werden damit nur erfolgreich sein, wenn wir es wagen, neue Bündnisse einzugehen und diese aktiv einzufordern.So fordere ich von der Sozialdemokratie, aus ihrer Ge-schichte zu lernen und sich nicht wieder, nie wieder, so zö-gerlich, unentschlossen und um Konsens mit der Reaktion be-müht zu geben, wie sie das vor den Kämpfen im Februar 1934 getan hat. Sie muss sich aktiv gegen den erstarkenden Rechts-extremismus und alle, die ihn heraufbeschwören und unter-stützen, stellen. Es kann nicht sein, dass in Wien, dieser stol-zen sozialdemokratischen Stadt, Reaktionäre, Faschist*innen und Nazis zu Tausenden und unter Polizeischutz ungestört durch unsere Stadt spazieren können, ohne dass sich die Sozi-aldemokratie hörbar dazu äußert. Wir dürfen das den Rech-ten auf der Straße und im Sicherheitsapparat nie durchgehen lassen.Daher erwarte ich mir, dass wenn ihn Wien Faschist*innen und Polizist*innen gemeinsam einen Sonntagspazier-gang unternehmen und dabei Journalist*innen und lin-ke Gegendemonstrant*innen attackiert werden, dass sich die Wiener Sozialdemokratie vom Bürgermeister abwärts of-fen gegen die Verbrüderung von Rechtsextremen mit den Träger*innen des staatlichen Gewaltmonopols ausspricht. Ich erwarte aber auch offene Solidarität mit allen, die sich tatsächlich auf der Straße gegen den Faschismus stellen und versuchen, rechtsextreme Aufmärsche zu verhindern. Dem-gegenüber fordern wir Solidarität mit allen, die unter der Repression des Polizeiapparats zu leiden haben, von diskri-minierten und marginalisierten Gruppen bis zum Fußball-fan. Wir brauchen Solidarität mit allen, die um Schutz suchen und der ihnen viel zu oft verweigert wird. Nur mit Solidarität kann Vertrauen entstehen und nur mit Vertrauen ein Bündnis für den gemeinsamen Kampf.Falls es uns nicht gelingt, diese Bündnisse zu schmieden, so erleben wir jetzt erst einen Vorgeschmack dessen, was noch folgen wird. Auf die Coronakrise folgt die Klimakrise und Simon Weingartner am Denkmal für Karl Münichreiter © Armin Parsian / Rote Falken


 24 | ZUKUNFT NIEMALS VERGESSEN! VON SIMON WEINGARTNERwenn es schon unmöglich scheint, für eine raschest mögliche Impfung aller Menschen die Profitinteressen einiger weniger Konzerne hintanzustellen, wie soll es dann gelingen, der Kli-makrise entsprechend gegenzusteuern?Wenn es schon unmöglich scheint, einige tausend Flüch-tende in Europa aufzunehmen, was wird dann passieren, wenn sich Millionen, Milliarden auf den Weg machen müssen, aus Angst vor Hunger, Zerstörung und Tod, verursacht durch die Klimakrise?So werden sich die Krisen im Kapitalismus immer wei-ter zuspitzen und die entscheidende Frage ist: Schaffen wir es, eine neue Gesellschaft zu errichten, in der die Bedürfnisse al-ler Menschen an erster Stelle stehen oder wird der Faschismus des 21. Jahrhundert den des 20. an Grausamkeit, Gewalt und Unterdrückung noch um ein Vielfaches übertreffen?Sozialismus oder Barbarei. Vor über 100 Jahren brachte es Rosa Luxemburg auf den Punkt. Wir haben gesehen, wohin die Barbarei einmal geführt hat. Kämpfen wir gegen die Bar-barei, so wie die Freiheitskämpfer*innen des Februar 1934 ge-gen sie gekämpft haben, doch versuchen wir, aus den Fehlern unserer Genoss*innen zu lernen, wagen wir es neue Wege zu gehen und vermeiden wir dabei die alten Fehler, um neue be-gehen zu können. Denn am Ende unseres fehleranfälligen und von Rückschlägen gezeichneten Weges steht der Sozialismus, doch nur wir gemeinsam, können den Weg dorthin schaffen.Es lebe die Freiheit! Nie wieder Faschismus!SIMON WEINGARTNER ist Landesvorsitzender der Roten Falken Wien, Lehramtsstudent in Geschichte und Mathematik und seit 2016 in der Sozialdemokratie in Wien Hietzing aktiv.


 ZUKUNFT | 25 REINHARD SIEDERBlauer Buchstabe (2019)Acryl, Gips auf Leinwand150 x 100 cm


 42 | ZUKUNFT VERANSTALTUNGSANKÜNDIGUNGDie Sendungen zu den monatlichen Schwerpunkten der ZUKUNFT finden am letzten Dienstag des Monats in Koopera-tion mit der Wiener Bildungsakademie statt und werden auf der Facebook-Seite, dem Youtube-Kanal und dem Twitch-Kanal der WBA übertragen.27.04.2021 – BILDUNG – ELITEN – SELEKTION  Das Bildungssystem entscheidet in unserer Gesellschaft in großem Maßstab über die soziale Flugbahn unserer jun-gen Mitbürger*innen. Dabei wollen wir festhalten, dass ein elitäres und selektives Bildungssystem, dass die Schwächsten schwächt und die Stärksten stärkt, einer Demokratie nicht würdig ist. So stellen wir folgende Fragen in den Raum, die wir an diesem Abend eingehend diskutieren wollen: Welche sozialen und ökonomischen Ungleichheiten entstehen durch das gravierend elitäre und selektive Bildungssystem (in Euro-pa aber auch weltweit)? Wie lässt sich also die gravierende so-ziale Ungleichheit (auch angesichts des digital divide) abbauen? Welche sozialen und ökonomischen Ungleichheiten entste-hen durch das gravierend elitäre und selektive Bildungssystem (in Europa aber auch weltweit)?25.05.2021: LGBTIQ – VIELFALT ALS SOZIALE FRAGEDie Frage nach sexueller und geschlechtlicher Vielfalt steht seit jeher auf der Agenda linker und progressiver Debatten – in den letzten Jahren hat diese Frage aber an besonderer Be-deutung gewonnen. Während neoliberale Logiken versuchen, durch Pinkwashing den Kampf für ein freies, selbstbestimmtes Leben zu vereinnahmen, müssen wir umso mehr darüber dis-kutieren, wie Vielfalt und soziale Fragen hinter gemeinsamen politischen Projekten verbunden werden können. Mit dieser Diskussion möchten wir gemeinsam mit der SoHo Wien, pa-rallel zur diesbezüglichen Ausgabe der ZUKUNFT, einen Fokus auf die aktuelle Situation der LGBTIQ-Community und queer-feministischer Kämpfe legen. Die Anfänge der modernen LGBTIQ-Bewegung liegen nicht umsonst in vielfältigen sozia-len Auseinandersetzungen seit den Stonewall-Protesten 1969 – wir stellen daher zur Debatte, wie PRIDE und Regenbogen-fahne auch heute als wichtiger Bestandteil der sozialen Frage begriffen werden können!22.06.2021: ERZÄHLUNGEN DES POLITISCHENIn den letzten Jahrzehnten war oft vom Zusammenbruch der großen Erzählungen die Rede. Dabei war etwa an die Großerzählung des (Austro-)Marxismus gedacht, der indes gerade angesichts der Corona-Krise wieder an Aktualität ge-winnen könnte. Wie sehen im Bereich politischer Ideologien also die großen Erzählungen des (Demokratischen) Sozialis-mus, des Liberalismus, des Konservatismus oder des Neofa-schismus aus? Die thematische Ausgabe der ZUKUNFT eröffnet dabei eine breite Palette von Bezügen, die sich damit beschäf-tigen, welche (Meta-)Erzählungen hinsichtlich der Politik existieren und welche heute noch relevant sind.Nähere Informationen und die Links zur jeweiligen Veran-staltung unter: https://diezukunft.at/veranstaltungen/Auf dem Weg in die ZUKUNFT!AUCH IM VA VERLAG ERSCHIENENDie Online-Diskussionssendung für Politik, Gesellschaft und Kultur.  Ein moderierter Diskussionstalk mit den Redakteur*innen, Autor*innen und Künstler*innen der ZUKUNFT … Welche ZUKUNFTsthemen bewegen die Redaktion (der ZUKUNFT)? Welche ZUKUNFTsthemen haben Autor*innen (der ZUKUNFT)? Welche ZUKUNFTsthemen berühren Künstler*innen (der ZUKUNFT)?


 ZUKUNFT | 43 HEFTBESTELLUNGKupon ausschneiden& einsenden an:VA Verlag GmbHKaiser-Ebersdorferstrasse 305/31110 WienICH BESTELLE "ROTE PHILATELIE"7,90 € INKL. MWST ZZGL. VERPACKUNG UND VERSAND 2,00 €NAME: _________________________________________________________________STRASSE: _______________________________________________________________ORT/PLZ: _______________________________________________________________TEL.: ______________________________E-MAIL: _____________________________UNTERSCHRIFT: _______________________ODER BESTELLUNG PER E-MAIL AN DEN VERLAG: OFFICE@VAVERLAG.ATSOLANGE DER VORRAT REICHTAUCH IM VA VERLAG ERSCHIENENEine philatelistische Zeitreise zu 75 Jahren WGBDER WELTGEWERKSCHAFTSBUND (WGB) FEIERT HEUER SEINEN 75. GEBURTSTAG. MANCHE FORDERUNGEN DER ERSTEN JAHRE NACH SEINER GRÜNDUNG SIND NACH WIE VOR AKTUELL. DIESEM JUBILäUM LIEGT DIE IDEE DER VORLIEGENDEN BROSCHÜRE ZU GRUNDE. DIE KURZE ABHANDLUNG DER SEHR UMFANGREICHEN GESCHICHTE DES WGB BASIERT VOR ALLEM AUF DER ERZäHLUNG DER 17 WELTKONGRESSE DES WGB, SIE STELLEN HIER DIE MEILENSTEINE DER ENTWICKLUNG UND DER GEZEIGTEN BRIEFMARKEN DAR.


HEFTBESTELLUNGKupon ausschneiden& einsenden an:VA Verlag GmbHKaiser-Ebersdorferstrasse 305/31110 WienICH BESTELLE "WIENER STRASSENBAHNER IM FEBRUAR 1934"PREIS 5,-- INKL MWST ZZGL. VERPACKUNG UND VERSAND 2,00 €NAME: _________________________________________________________________STRASSE: _______________________________________________________________ORT/PLZ: _______________________________________________________________TEL.: ______________________________E-MAIL: _____________________________UNTERSCHRIFT: _______________________ODER BESTELLUNG PER E-MAIL AN DEN VERLAG: OFFICE@VAVERLAG.ATSOLANGE DER VORRAT REICHTAUCH IM VA VERLAG ERSCHIENENDIE WIENER STRASSENBAHNER GALTEN IN DER ZWISCHENKRIEGSZEIT ALS EINE DER SPEERSPITZEN DER SOZIALDEMOKRATIE. ES VERWUNDERT DAHER NICHT, DASS SICH AUF PRAKTISCH ALLEN BAHNHöFEN SCHUTZBUNDGRUPPEN, SOGENANNTE STRASSENBAHNORDNER, BEFANDEN. INSBESONDERE IN FLORIDSDORF WAREN DIE STRASSENBAHNER DIREKT IN KAMPFHANDLUNGEN DES FEBRUAR 1934 VERSTRICKT. HIER WURDEN AUCH ZWEI STRASSENBAHNER VON EINEM EILIG EINBERUFENEN STANDGERICHT ZUM TODE VERURTEILT, IN LETZTER MINUTE ABER BEGNADIGT. IN DIESER BROSCHÜRE WERDEN AUS DEM BLICKWINKEL DIESER BERUFSGRUPPE DIE HEFTIGEN AUSEINANDERSETZUNGEN UM DIE WIEDERHERSTELLUNG DER VON DER REGIERUNG DOLLFUSS DEMONTIERTEN DEMOKRATIE BESCHRIEBEN.